BöSEL - Ein endgültiges Pastoralkonzept muss noch
erstellt werden. Es
soll möglichst viel
Gemeindearbeit in den Orten verbleiben.
von thomas haselier
BÖSEL - Mit einem großen Fest feierte die neue Gesamtgemeinde St. Cäcilia Bösel und Petersdorf am 30. Oktober den Vollzug der Fusion beider ehemaligen Gemeinden. Die Fusion ist das wohl herausragendste Ereignis in Bösel im vergangenen Jahr, verändert sie doch nachhaltig Althergebrachtes und verlangt von den Betroffenen, über den lokalen Tellerrand zu schauen.Die praktischen Auswirkungen sind für Bösel und Petersdorf zwar nicht ganz so groß, weil Petersdorf schon seit gut 18 Jahren keinen eigenen Seelsorger mehr hat.
Darüber hinaus wird es St. Peter und Paul in Petersdorf weiter geben, auch wenn das künftige gemeinsame Patronat St. Cäcilia sein wird, die als neue Gemeinde die Rechtsnachfolge für die beiden alten Gemeinden angetreten hat. Jedoch ist besonders für die Petersdorfer der vor allem mit allgemeinen Finanznöten der Kirche begründete Zusammenschluss nicht ganz so einfach gewesen, mussten doch vor allem sie einiges aufgeben.
Doch mit viel Sensibilität schafften es die Verantwortlichen in den beiden Pfarrgemeinderäten, eine hohe Akzeptanz bei den Katholiken beider Gemeinden zu erreichen. Das drückte sich jetzt auch nach den Pfarrgemeinderatswahlen in der Bildung des neuen Vorstands aus. In seiner konstituierenden Sitzung wählten die Pfarrgemeinderatsmitglieder mit Reinhard Lanfer zwar einen Böseler zum Vorsitzenden, doch besetzten sie den Vorstand mit den weiteren Mitgliedern Hedwig Grafe, Matthias Deeken und Gabriele Nording paritätisch.
„Ich bin froh, dass das bei uns so harmonisch läuft“, sagte der alte und neue Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Nun gehe es darum, die Fusion auch von innen her zu vollziehen. Es wurden Sachausschüsse gebildet, die im Januar das erste Mal tagen werden. Die nächste Sitzung des neuen Pfarrgemeinderates ist im Februar.
Im feierlichen Festgottesdienst am 30. Oktober als zentraler Fusionsveranstaltung wurden die neuen Gemeindebücher – Geburtenbuch, Hochzeitsbuch und Totenbuch – eingeführt. Die alten Bücher wurden quasi endgültig geschlossen und ins Kirchenarchiv gegeben.
Ein endgültiges Pastoralkonzept muss noch erstellt werden, in dem die künftige Seelsorge in beiden Gemeindeteilen geregelt wird. Gesamtgemeindlich geregelt wird die Firmvorbereitung und auch die Caritasarbeit. „Die Bedeutung der ehrenamtlich Arbeit wird aber wachsen”, erwartet Reinhard Lanfer. „Wir wollen möglichst viel Gemeindearbeit in den Orten belassen”, erläuterte Kirchenprovisor Aloys Gelhaus.
Der Sparzwang in den Bistümern, die seit einigen Jahren mit erheblichen Rückgängen bei den Einnahmen leben müssen, macht immer mehr Fusionen notwendig. So sollen allein im Bistum Münster durch Gemeindefusionen insgesamt 50 Millionen Euro eingespart werden.
