BöSEL - CDU-Chef Nording kritsiert die öffentliche Spekulationen über Namen. Drei Böseler haben inzwischen ihr Interesse zurückgezogen.
Von thomas Haselier
BÖSEL - Auf der Zielgeraden angelangt ist der Bewerbungsmarathon für den Job des künftigen Bürgermeisters von Bösel. Wie der Vorsitzende der Böseler CDU, Johannes Nording, gestern mitteilte, wird sich das dreiköpfige „Wahlgremium“ der Partei unter seinem Vorsitz nach Ablauf der Bewerbungsfrist nun an die Vorauswahl machen. Am 12. März nächsten Jahres wird – wie berichtet – erstmals in Bösel ein Bürgermeister direkt gewählt.„Ende Dezember oder Anfang Januar“ sollen sich nach Angaben Nordings die nach der Vorauswahl übrig gebliebenen Kandidaten bei einer CDU-Mitgliederversammlung der Partei persönlich vorstellen. Danach will sich die CDU für einen der Kandidaten entscheiden, der sich den rund 5600 Wahlberechtigten in Bösel stellen soll.
Noch offen ist, ob die anderen im Böseler Rat vertretenen Parteien einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken oder ob es einen parteilosen Kandidaten geben wird. „Wir wollen unseren Kandidaten als stärkste Partei hier so früh vorstellen, dass die anderen Parteien noch Gelegenheit haben, einen eigenen Bewerber zu benennen. Das ist ein Gebot der Fairness“, sagte Nording.
Im Prinzip kann jeder deutsche Bürger, der nicht jünger als 23 und älter als 65 ist, sich als Bürgermeister bewerben, Voraussetzung ist, dass er mindestens 63 Unterstützer-Unterschriften vorlegt, das Dreifache der Zahl der vorhandenen Ratsmitglieder.
Von den ursprünglich als mögliche Kandidaten gehandelten Böselern haben die beiden CDU-Ratsherren Reinhard Lanfer und Thomas Butz entschieden, nicht mehr für eine Kandidatur zur Verfügung stehen. Lanfer mag sich nicht von seinem Beruf als Lehrer in der Haupt- und Realschule verabschieden. Versicherungskaufmann Butz führt berufliche und private Gründe an. Auch die selbst in der CDU offenbar hoch gehandelte stellvertretende Gemeindedirektorin Annegret Brunemund-Rumker hat abgewunken. Sie fühlt sich derzeit noch zu stark in der Familie gefordert, sagte sie gegenüber der NWZ .
An öffentlichen Spekulationen über weitere Namen will sich CDU-Vorsitzender Johannes Nording nicht beteiligen. „Ich bin nicht bereit, das Ansehen möglicher Bewerber, die dann vielleicht scheitern, zu beschädigen“, begründet Nording seine Zurückhaltung. Auch Debatten über Bewerber von außerhalb hält Nording für überflüssig „und reine Kaffeesatzleserei, die niemandem nützt“. „Das ist doch klar, dass die Leute Diskretion erwarten. Sie müssen schließlich ohne Ressentiments an ihrer alten Arbeitsstelle weitermachen können“, sagte der CDU-Vorsitzende.
