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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Bösel

Hallo, Chelsy!

25.06.2016

Bösel /Oldenburg Wenn Iris, Dennis, Nils und Kevin von der Schule nach Hause radeln, treten sie jetzt fester in die Pedale. Der Grund, warum die Geschwister aus Bösel (Landkreis Cloppenburg) möglichst schnell zu Hause sein wollen, flitzt derweil schon ungeduldig durch das Haus an der Beethovenstraße, den Spielzeughasen im Maul. Der Grund heißt Chelsy, hat schwarzes Fell und Schlappohren. Seit dem 23. April wohnt das Cockerspaniel-Mädchen bei der Familie Pede – und stellt den Alltag seitdem ganz schön auf den Kopf.

Als die Haustür aufgeht, gibt es kein Halten mehr: Chelsy schießt durch den Flur, hüpft an Kinderbeinen hoch, lässt sich kraulen und sprintet in den Garten. Ball spielen! „Ein paar hat sie schon kaputtgemacht“, erzählt der 13-Jährige Kevin. Chelsy muss mit ihren vier Monaten noch eine Menge lernen. „Die Türen sind jetzt immer zu“, sagt Anna Pede, einige Schuhe und Kabel hat der Welpe nämlich schon auf dem Gewissen. Doch die Freude über den quirligen Familienzuwachs überwiegt.: „Damit habe ich mir einen Kindertraum erfüllt“, erzählt Anna Pede.

Im Internet suchten die Pedes nach Züchtern und wurden in Fulda fündig. Die ganze Familie scharte sich um den Computer, als das erste Video der Welpen da ist, die am 15. Februar geboren wurden sind. Sofort sticht den Kindern das kleine schwarze Knäuel mit dem lila Bändchen um den Hals ins Auge: „Sie hat beim Trinken so mit den Pfoten gerudert, sie war die beste“, erinnert sich Dennis (11).

Am 23. April ist es endlich, endlich soweit. Gemeinsam fahren die Pedes nach Fulda, um Chelsy zu holen. Seitdem stehen Spaziergänge, Hundeschule, Spielen und Kuscheln auf der Tagesordnung. „Die Kinder mussten mir versprechen, dass sie sich kümmern“, betont Anna Pede. Das klappt bisher gut: Mittags geht Kevin mit Chelsy Gassi, abends übernimmt Dennis den Gang.

Sich um ein Tier zu kümmern, das kennen die Geschwister schon. Die Wasserschildkröten Chilly und Mintzi, die Kaninchen Felix und Maxi und die drei Ratten Wusel, Ratatouille und Freddy gehören ebenfalls zur Familie.

Eine tierische Familienzusammenführung vermeiden die Pedes natürlich, obwohl Chelsy zu gern mal mit Felix und Maxi spielen würde. Menschliche Spielkameraden hat sie genug: „Manchmal muss ich die Kinder auch ermahnen, sie mal in Ruhe zu lassen“, sagt Anna Pede. „Es ist schon auch anstrengend mit einem Welpen, aber wir sind alle sehr glücklich, dass wir sie haben“, meint Pede.

Dass Haustiere glücklich machen, lässt sich sogar wissenschaftlich belegen: „In zahlreichen Studien wurden positive Effekte auf die menschliche Psyche nachgewiesen“, weiß Kathrin Fichtel. Sie ist Mitglied des Forschungskreises Heimtiere in der Gesellschaft aus Bremen. Der Kreis befasst sich mit Studien und Erkenntnissen zur Mensch-Tier-Beziehung.

„Evolutionär gehören Mensch und Tier seit Jahrtausenden zusammen“, so Fichtel. Manche Wissenschaftler meinen, die Verbindung zur Natur und zu Tieren sei im Menschen angelegt, „Biophilie“ ist der Fachbegriff.

In Studien wurde nachgewiesen, dass das Streicheln eines Tieres einen positiven Effekt auf Blutdruck und Herzfrequenz hat und beruhigend wirkt.

Die Liebe der Menschen zum Haustier hat aber noch mehr Gründe. „Tiere schenken Liebe und Zuneigung in ganz anderen Dosen als Menschen“, sagt Fichtel. „Ein Tier ist unvoreingenommen, macht keine Unterschiede, zum Beispiel nach dem Aussehen, sondern reagiert nur auf das, was es in dem Moment wahrnimmt.“

Auch für eine Familie könne ein Haustier sehr positive Effekte haben. Sich gemeinsam um ein Tier zu kümmern könne eine Familie toll zusammenführen. Dabei sollten Kinder auch Verantwortung übernehmen und sich um das Tier kümmern, dies müsse aber von den Eltern gesteuert und beobachtet werden.

Für viele Familien, die sich ein Haustier wünschen, ist das Tierheim Oldenburg eine Adresse. Vanessa Steen ist gelernte Tierpflegerin, hat eine Zusatzausbildung zur Hundetrainerin und gehört seit 2011 zum Team des Tierheims.

„Eine Familie muss sich genau überlegen, was sie von dem Hund erwartet und wie sie ihn in den Alltag integrieren will“, erklärt sie und betont: „Wir suchen den richtigen Halter für den Hund, nicht andersrum.“ In einem Gespräch wird zunächst erörtert, was die Familie sich vorstellt. „Da merkt man schnell: Ist das eine Spontanentscheidung oder haben die Leute sich Gedanken gemacht?“, spricht Steen aus Erfahrung. Wissen die Leute zum Beispiel, dass für Ersthundehalter ein Hundeführerschein Pflicht ist? Wie alt sind die Kinder? Wer kümmert sich hauptsächlich um den Hund? Gibt es einen Garten? Leben andere Tiere im Haus? Die Liste ist lang.

Hat das Tierheim einen passenden Kandidaten, geht es ans Kennenlernen – in Form eines Spaziergangs. Ist der gut gelaufen, kommen die Interessenten wieder, zum zweiten Spaziergang. Und um einen detaillierten Fragebogen auszufüllen. Passt es auch dann, geht es ans Probewohnen. Einen Tag verbringen die Hunde in ihrem potenziellen neuen Zuhause. Haben sich Hund und Herrchen gefunden, gibt es eine Untersuchung durch den Tierarzt und Bello zieht ins neue Zuhause.

Welche Rasse für die Familie die richtige ist, lasse sich pauschal nicht sagen, allerdings könne man sich schon vorher beraten lassen – zum Beispiel in einer Hundeschule. Diese sollte dann auch mit dem neuen Familienmitglied regelmäßig besucht werden, gerade, wenn der Halter keine Hundeerfahrung hat.

So hält es auch die Familie Pede. „Die Grund-Kommandos kann sie schon“, berichtet Anna Pede stolz. Und die Wünsche der Kinder erfüllen – kuscheln, spielen, toben – das kann Chelsy sowieso.


Alle Beiträge der Serie unter   www.nwzonline.de/ferien-familienzeit 
Greta Block Volontärin / NWZ-Redaktion
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