Bösel - Alle Mann an Bord: Dem Kommando folgten die angehenden Schulkinder des Kindergartens St. Anna in Bösel am Donnerstag nur zu gerne. Also rein ins selbst gebaute Piratenschiff und lachen fürs Pressefoto. Natürlich können die Jungen und Mädchen mit ihrem Schiff nicht in See stechen, und andere Schiffe entern und Schätze rauben können sie natürlich auch nicht. Aber die Kinder haben in den vergangenen Wochen gelernt, was es heißt, eine Mannschaft zu sein.
Denn für das Piraten-Projekt, dass seit Karneval den Alltag für die angehenden Schulkinder bestimmt hat, wurde vor allem über das Wir-Gefühl gesprochen, dass an Bord eines solchen Schiffes geherrscht haben muss. Kurzum: Selbst ein noch so gestandener Kapitän machte ohne seine Mannschaft eine traurige Figur.
Bilderbücher haben sich die betreuenden Erzieherinnen Ruth Riesenbeck, Sandra Stammermann und Christine Raker mit den Kindern angesehen, viele Geschichten wurden erzählt. Natürlich ging es dabei auch um große Abenteuer und um Spannung, aber eben auch um das Funktionieren eines Teams.
Und dazu wurden aus den Jungen und Mädchen in verschiedenen Rollenspielen und Wettkämpfen in der Turnhalle kleine Nachwuchspiraten. Auch Piratenschiffe wurden in diesem Zusammenhang gebaut.
Die Motorik und Merkfähigkeit, die Konzentrations- und Sprachfähigkeit konnten die Kinder auf diese Weise schulen. Und: „Der soziale Kontakt ist wichtig“, so Sandra Stammermann.
Voller Stolz präsentierten die Kinder nun am Donnerstag die Ergebnisse ihrer Projektarbeit ihren Eltern und Großeltern und den anderen Kindergartenkindern: Fotos der vergangenen Wochen und bunte Piratenschiffe bestimmten das Bild im Ausstellungsraum. Gebaut wurden die Schiffe aus Kunststoff-Obstschalen und Flaschen. Die Segel entstanden aus Papier und wurden von den Kindern fantasievoll bemalt. Ein Junge stach bei der Präsentation am Donnerstag besonders ins Auge: Leo mit seiner beeindruckenden goldenen Krone auf dem Kopf: Letztere durfte er nicht etwa tragen, weil er der Kapitän auf dem St.-Anna-Schiff ist, sondern weil er seinen sechsten Geburtstag feierte. Und wie es in einer intakten Mannschaft sein sollte, räumten auch die anderen Kinder Leo an diesem Tag eine besondere Rolle ein und gratulierten ihm zum Geburtstag.
