Bösel - Die von Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) vorgelegte Änderung des Landesraumordnungsprogramms (LROP) sorgt für mächtig Unmut in der Region. Die Stadt Friesoythe hatte sich bereits kritisch geäußert und eine Stellungnahme angekündigt, vor allem, weil bisherige Vorranggebiete für die Torfgewinnung wegfallen sollen. Gerade kleinere Abbaubetriebe hätten im Vertrauen auf die bisherigen Darstellungen im Landesraumordnungsprogramm in ihre Betriebe investiert und seien durch die Novelle in der Existenz bedroht, heißt es.

Die geplante Änderung des Landesraumordnungsprogramms beschäftigt derzeit auch die Gemeinde Bösel. „Wir werden eine Stellungnahme abgeben“, sagte Bauamtsleiter Hermann Walter auf Nachfrage der NWZ . Noch müsse diese konkret erarbeitet werden, allerdings ärgert die Gemeindeverwaltung bereits jetzt, dass offenkundig veraltetes Kartenmaterial genutzt worden sei. So verwundert die Gemeinde etwa, dass jenseits des Küstenkanals eine Teilfläche der Gemeinde Bösel zugeschlagen worden ist.

Im Bereich Richtemoor in Osterloh etwa sei eine Teilfläche als Moor dargestellt, in der gar kein Moor mehr vorhanden sei.

In jedem Fall wird die Änderung des Landesraumordnungsprogramms Auswirkungen auf den Torfabbau im Gebiet der Gemeinde Bösel haben. Im Bereich Vehnemoor etwa sind drei größere Bereiche als Vorranggebiete für die Rohstoffgewinnung, sprich den Torfabbau, gestrichen worden. Die Begründung: Torfabbau führe zu einer Beschleunigung von Mineralisierungsprozessen von Torf und damit der Freisetzung klimaschädlicher Substanzen. „Insbesondere mit Blick auf den fortschreitenden Klimawandel ist es erforderlich, die Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich zu reduzieren. Aus Gründen des Klima- und Biotopschutzes werden deswegen sämtliche Vorranggebiete Rohstoffgewinnung für die Rohstoffart Torf gestrichen.

Die Unterlagen zum Landesraumordnungsprogramm liegen bis zum 31. Oktober öffentlich aus. Bis zum 14. November hat die Gemeinde Bösel – ebenso wie jede andere Organisation oder jeder Bürger – noch Zeit, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Bauamtsleiter Hermann Walter sagte, er werde die Stellungnahme im Detail erarbeiten; dann werde sie den politischen Gremien zur Kenntnis gegeben.

Auch Saterlands Bürgermeister Hubert Frye hatte jüngst deutliche Kritik an den Änderungen zum LROP geäußert: Schon bei überschlägiger Einsicht bereiteten die Änderungsabsichten Sorgen, da sie auf völlig überalterten Kartenmaterialien beruhten, so Frye in der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde. Das Ostermoor solle für die Torferhaltung ausgewiesen werden, obwohl dort fast keine Torfflächen mehr vorhanden wären. Zudem würden die Planungen Abbaugenehmigungen etwa im Westermoor zuwider laufen.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)