WESTERLOH - Nimmt man alte Karten und Urkunden als Grundlage, ist als sicher anzunehmen, dass die Bauerschaft Westerloh in der Gemeinde Bösel schon einmal existiert hat. Der Ort lag in der Nähe des Ziegelhofes im Kerngebiet der jetzigen Bauerschaft Westerloh, die erst 1925 durch Anlegung von neuen Siedlerstellen wieder zu einer Bauerschaft wurde. Später wurden die östlich und nördlich angrenzenden Gehöfte und Ortsteile der neuen Bauerschaft Westerloh zugeschlagen, obwohl historisch keine Verbindung dazu bestand.
Spuren alten Ackerlandes und auch die Bezeichnung „In Westerlohe“ für eine Heidefläche sind erhalten geblieben wie auch die Bezeichnungen „Auf'm Mönkehop“, „Beim Mönkehop“ und „Mönkehopsberg“. Nach Jelinghaus bedeutet „Hop“ Gehölz und Acker auf Hügeln und festen Stellen im Moore und „Mönke“ gleich Mönch. Vielleicht wohnte hier ein Corveyer Hof. Die früheren Bezeichnungen „Tempel, Mönkehop und Ziegeldamm“ werden heute als Straßennamen in den Ortsplänen festgehalten.
In der untergegangenen Bauerschaft Westerloh waren zwei Bauernstellen herrschaftlich und finden sich in den münsterschen Amtsrenteirechnung des Amtes Cloppenburg noch mit ihren Pflichten aufgeführt, jedoch mit der hinzugefügten Bemerkung, die Stellen seien nicht mehr auffindbar.
Es ist zu vermuten, dass die Zerstörung der Bauerschaft Westerloh 1538 erfolgte in der Fehde zwischen Oldenburg und Münster. Bereits einigen Jahren vorher zogen Kriegsleute in hiesiger Gegend hin und her, ohne das es jedoch zu ernstlichen Zusammenstößen kam. Erst im Januar 1538 kam es zum Krieg zwischen dem Grafen von Oldenburg und dem Hochstift Münster, wozu auch die Bauerschaft Bösel gehörte und gleichzeitig Grenzort war. Es kam jedoch nicht zu offenen Feldschlachten, vielmehr war die Taktik der Oldenburger: Einfall, Plünderung, Brandlegung und dann eiliger Rückzug. Was dann übrig blieb, war eine Wüste.
Auch die hiesige Gegend um Cloppenburg und Friesoythe wurde mehrfach von den Kriegsleuten beider Parteien durchzogen. Am 19. Juli 1538 lagen die Münsterschen bei Wardenburg.
Auf dem Weg nach Apen zogen die Landsknechte durch das Hochmoor an der Vehne über Edewecht und Scheps, um dort auf die Oldenburger zu treffen. Zu einem Gefecht ist es aber nicht gekommen, da die Oldenburger rechtzeitig das Weite suchten, zumal auch noch die münstersche Artillerie und die Reiterei hinzu kamen.
Am 30. Juli 1538 kam der Friede zu Wildeshausen zustande. Nach dem Friedensschluss zogen die münsterschen Heere von Apen ab, die Reiter lagerten bei Friesoythe und die Landsknechte bei Barßel.
Es ist anzunehmen, dass abgesprengte Horden während der Fehde auf eigene Faust brandschatzend durch die Gegend liefen und die Bauerschaft Westerloh niederbrannten. Nur ein einziger Hof soll wieder erstanden sein. Der entstandene Hof kann nur das Ziegelhaus oder der Ziegelhof sein, der später seit 1604 im Range eines Adelshofes der Liste der hörigen herrschaftlichen Höfe folgerichtig entzogen war. Westerloh kann daher nicht im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden sein, wie verschiedentlich vermutet wird. Zwar ist in den ersten Jahren (1623) die Friesoyther Gegend von den Kriegsgreueln besonders hart betroffen worden, doch bereits im Jahre 1604 wird im Zusammenhang mit der dort ebenfalls belegenen Ziegelei von einer Wüstung gesprochen.
