Oldenburg - Er hat sich akribisch vorbereitet. In der Abgeschiedenheit des Box-Landesleistungszentrums in Gifhorn hat Mohammad Nasser in der vergangenen Woche trainiert – um sich nicht ablenken zu lassen, wie er sagt. „Nun bin ich topfit. Ich fühle mich richtig gut“, betont der 28-jährige Oldenburger. Er ist bereit für die 90. deutschen Meisterschaften, die noch bis zum Sonnabend in seiner Heimatstadt stattfinden.

An diesem Donnerstag (19 Uhr, Beginn des Viertelfinales 11 Uhr) bestreitet der gelernte Altenpfleger vom VFB Oldenburg in der EWE-Arena seinen ersten Kampf im Superschwergewicht. Im „kleinen Lokalderby“ trifft der DM-Fünfte von 2010 in der Klasse über 91 kg auf den Bremerhavener Florian Unger.

Dabei hat der Oldenburger bei seinen Heim-Titelkämpfen durchaus die Favoritenrolle inne. Den 25-jährigen mehrfachen Bremer Landesmeister hat Nasser in seiner Karriere schon zweimal geschlagen – wenn auch knapp. Nun will er mit einem erneuten Sieg ins Halbfinale am Freitag einziehen.

In diesem könnte Nasser auf Philipp Gruner treffen. Ein harter Brocken, denn der 23-Jährige vom 1. BC Döbeln aus Sachsen ist amtierender deutscher Meister. „Er ist zu schlagen“, ist sich jedoch Uwe Hamann – früher selbst erfolgreicher VfB-Boxer – sicher.

Der Vorsitzende des Kuratoriums des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) und Chef des Organisationskomitees bei den Titelkämpfen in Oldenburg vertraut dabei besonders auf Nassers Erfahrung. „Er muss versuchen, mit seiner Routine Gruner unter Druck zu setzten“, sagt Hamann: „Die Kondition hat er.“ Gelingt die Überraschung, wäre das Traumfinale gegen den Olympiateilnehmer Erik Pfeifer von BW Lohne perfekt. Der 25-jährige WM-Dritte von 2011 tritt gegen den 21-jährigen Max Keller aus Aachen an.

Einen guten Start in das Turnier erwischte Pfeifers Vereinskamerad Slawa Kerber. Im Weltergewicht (bis 69 kg) dominierte er seinen Achtelfinalkampf gegen Arton Krasniqi aus Elmshorn. Schon in der ersten Runde schickte der Lohner seinen Gegner auf die Bretter. In der Folgezeit bestimmte Kerber klar das Geschehen. Nach zwei weiteren Niederschlägen in Runde drei warf Krasniqis Trainer das Handtuch und beendete damit den Kampf.

Jochen Schrievers
Jochen Schrievers Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung