Brake - Mehr als 700 Familien wurden seit 1988 in der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) der AWo im Landkreis Wesermarsch temporär begleitet.

Mit drei Mitarbeitern begann vor 25 Jahren die Arbeit der sozialen Einrichtung. Inzwischen gehören 20 fachliche Mitarbeiter zum Team von Einrichtungsleiterin Lotti Siegel, die zeitgleich mit der SPFH ihr Dienstjubiläum feiert.

Deren Arbeit wurde bei der offiziellen Feierstunde in der Einrichtung, Hafenstraße 2, von Dr. Lothar Knippert, Stellv. Vorsitzender des AWo Bezirksverbands Weser-Ems, besonders hervorgehoben. Weiterhin verdeutlichte Knippert, dass die geleistete Arbeit unmittelbar bei den Familien ansetze: „Ziel aller Maßnahmen ist immer die Stärkung und Unterstützung des gesamten Familiengefüges. Das braucht neben Vertrauen auch Kraft.“ Kritisch betrachtete er dabei die derzeitig mangelnde Wertschätzung der sozialen Dienste, was sich insbesondere in der Bezahlung der Mitarbeiter bemerkbar mache.

Neben Vertretern der Politik und Verwaltung, anderen Beratungsstellen sowie den Kooperationspartnern aus dem sozialen Bereich kam auch der Auftraggeber des SPFH, das Jugendamt, zur Feierstunde. Dieser vermittelt problembehaftete Familienfälle an die Einrichtung, die dann eine längerfristige, intensive Familienbetreuung vornimmt und Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Ziele sind unter anderem die Unterstützung der Eltern als Erziehungsverantwortliche, die Prävention von Jugendkriminalität sowie die Vermeidung einer Heimunterbringung.

Seit dem 25-jährigen Bestehen der Einrichtung haben sich vor allem die Arbeitsbedingungen verändert, findet Siegel. Vermehrt treten psychische Erkrankung und Suchtproblematiken in den Familien auf. Dazu kämen häufig noch Schulprobleme. Dadurch stiegen auch die Anforderungen an die Mitarbeiter und die Belastung, erklärt sie. Während in den Anfangsjahren der Einrichtung ein Mitarbeiter noch bis zu drei Familien begleitete, betreue er heute vier bis sechs, so die Einrichtungsleiterin.

Für die Zukunft der SPFH in Brake wünscht sich Siegel vor allem Sicherheit: „Wenn es eine sichere Finanzierung gäbe, könnte man beruhigter arbeiten.“ Auch Knippert wies in seinem Grußwort darauf hin: „Wichtiges Anliegen ist deshalb auch, dass die Arbeit auch in der Zukunft vom Auftraggeber und von den politischen Gremien unterstützt wird.“