BRAKE - Nicht die Baumwurzeln sind das Problem, sondern der Verkehr ruiniert das Pflaster. Beweise dafür findet Rolf Hering vor seiner Haustür, er wohnt in der Mitteldeichstraße. In einem offenen Brief an Bürgermeister Roland Schiefke und an den Stadtrat appelliert er, die Bäume in der Innenstadt stehen zu lassen. Um Schäden an den Häusern zu vermeiden, würde es ausreichen, die Kronen radikal zu stutzen.

Diese Ansicht vertritt auch die CDU/Grüne-Ratsgruppe, die sich am Dienstagabend in der Lindenstraße und Mitteldeichstraße informierte. Dazu hatte sie sich kompetente Beratung durch Ursel Munderloh geholt. Die frühere CDU-Ratsfrau ist Diplom-Ingenieurin für Landespflege.

Wenn die Bäume schon weichen müssten, sollten kleinkronige Straßenbäume wie Crataegus Splendus (Weiß- und Rotdornarten), Zierkirschenarten, stadtklimaresistente Gingko-Bäume oder säulenförmige Ebereschen gepflanzt werden. „Kugelakazien sind ökologisch gleich Null. Sie haben keine Blüten und sind für die heimische Tierwelt nutzlos“, erklärte Munderloh.

Keinen Gefallen findet die Ratsgruppe am Vorschlag der Verwaltung, die 30 zur Disposition stehenden Bäume durch Formgehölze zu ersetzen. Dabei handelt es sich um Buchensäulen. „In der Lindenstraße sollten Linden stehen“, meinte Hans-Dieter Beck. Die Gruppe möchte die Kronen der Linden in der Lindenstraße im Herbst radikal beschneiden lassen und abwarten, ob sie im Frühjahr austreiben. Auch in der Mitteldeichstraße favorisiert die Gruppe einen radikalen Schnitt an Ästen und Kronen.

Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss sollte keinen voreiligen Beschluss zum Abholzen der etwa 20 Jahre alten Bäume fassen, sondern in den Fraktionen noch einmal beraten, erklärte Gruppensprecher Claus Plachetka. Grünen-Ratsherr Hans-Otto Meyer-Ott wünscht sich dazu eine breite Beteiligung der Anwohner und hofft, dass viele zur Ausschusssitzung am Donnerstag, 16. Oktober, kommen. Die Ausschussmitglieder treffen sich um 16.30 Uhr in der Mitteldeichstraße/Ecke Kirchenstraße.