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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Brake

1000 demonstrieren für Klimaschutz

21.09.2019

Brake Etwas über eine Stunde dauerte die erste Demonstration für Klimaschutz in der Wesermarsch. Rund 1000 Demonstranten hatten sich am Freitagvormittag dem Aufruf der neu gegründeten „Fridays for Future“-Ortsgruppe angeschlossen und zogen friedlich durch die Braker Innenstadt. Weltweit hatte das Aktionsbündnis „Fridays for Future“ zu Demonstrationen aufgerufen. Los ging es an der Braker Stadtkirche mit einer kurzen Kundgebung bei der sich die Organisatoren Chris Schellstede und Naemi Bohlken überwältigt von dem Zuspruch zeigten, auf den ihr Aufruf stieß.

Kurzfristig hatte sich das Organisations-Team am Montag dazu entschlossen, eine Demonstration in Brake anzumelden, statt nur die ursprünglich geplante Sitzblockade durchzuführen. „Wir hatten mit etwa 250 Teilnehmern gerechnet, dass es jetzt so viele waren, ist großartig“, freute sich Schellstede. „Mit dem Protest wollen wir einen Appell an die Bundesregierung und den UN Klimagipfel richten. Die Strukturen müssen sich ändern“, forderte Christina-Johanne Schröder, die sich ebenfalls an der Organisation beteiligte.

Unter den Teilnehmern der Demonstration fanden sich nicht nur Schülerinnen und Schüler. Auch die ältere Generation war vertreten. „Vor 50 Jahren haben wir gegen den Vietnamkrieg und Atomkraft demonstriert. Geändert hat sich nichts – es muss sich aber etwas ändern“, fand der 76-jährige Michel Martin deutliche Worte. Jeder könne auch im kleinen etwas machen. „Und wenn es nicht anders geht, dann halt über Verbote.“


Auch Schulklassen mit ihren Lehrkräften waren vertreten. So etwa zwei Klassen der IGS Brake mit Lehrerin Christine Ulrich. „Der Unterricht wird auf Wunsch der Schüler nachgearbeitet, sodass niemandem ein Nachteil entsteht. Wir unterstützen uns im Kollegium gegenseitig und auch die Schulleitung hat ihre Unterstützung signalisiert“, so Ulrich.

Den vom niedersächsischen Kultusministerium ausgestellten „Freifahrtschein“ sah ein Demonstrant jedoch durchaus kritisch: „Der Streik wird so gewissermaßen ad absurdum geführt.“ Kultusminister Tonne hatte den Schulen gestattet, die Klimaproblematik im Unterricht auf unterschiedliche Weise zu thematisieren.

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Imposantes Bild

Demo-Organisatorin Naemi Bohlken wies gleich zu Beginn des Protests darauf hin, dass mit dieser Demonstration noch nichts erreicht ist: „Der Amazonas brennt weiter und die Polkappen schmelzen.“ Noch ist sich die Aktionsgruppe nicht darüber im Klaren, wie der Protest fortgesetzt werden soll.

Doch das es weitergehen muss, steht für Schellstede außer Frage. „Bei so einer Resonanz muss man weiter machen. Wir werden uns nun zusammen setzen und diskutieren, wie es weiter geht“, so der Organisator. Vorstellbar sei für ihn auch eine Demonstration in Nordenham oder der südlichen Wesermarsch.

Doch der Protestmarsch stieß nicht nur auf Zustimmung. „Ich halte nicht so viel von der Demonstration. Ich glaube nur die Hälfte der Teilnehmer ist wirklich davon überzeugt. Wenn sie am Samstag demonstrieren würden, das wäre gut“, meinte Horst Krüger. Die Ziele, für die Demonstranten einstehen, kann er jedoch teilen und gibt zu: „Es wäre schon gut, wenn sie sich durchsetzen.“

Umfrage

„Es ist mir wichtig, dass wir etwas für die Erde tun – durch den Klimawandel wird es immer wärmer und das Trinkwasser irgendwann weniger. Durch die Demonstrationen sind die Menschen aufmerksamer geworden. In der Schule bekommen wir jetzt Mehrwegflaschen für unsere Getränke, das ist ein guter Ansatz.“

Alina Krichliko (11), Brake

„Es gibt sehr viele Probleme – Plastik, die Massentierhaltung, die Art wie wir uns ernähren. Ich finde es sehr wichtig, dass wir unseren Kindern vermitteln, Dinge mit Respekt zu behandeln. Da gehört für mich auch das Thema Ernährung dazu. Wir sind hier für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder und jeder der bei den Protesten mitmacht setzt ein wichtiges Statement.“

Helena Manhardt (31), Brake

„Ich finde es toll, das die junge Generation sich engagiert. Auch die ältere Generation sollte sich beteiligen und die jungen unterstützen. Es muss jetzt etwas gemacht werden, nicht wenn es zu spät ist. Wir sollten nicht auf dem hohen Ross sitzen und nur zuschauen. Wir haben auch Kinder und Enkelkinder, für die wir heute hier sind.“

Norbert Pfeiffer (69), Brake

„Ich bin heute hier, weil wir das Klima verbessern wollen. Eines der größten Probleme ist das Plastik. Deswegen verwende ich auch nur noch Mehrwegtrinkflaschen und versuche Plastik zu vermeiden. Es ist gut, dass heute auch ältere Teilnehmer dabei sind, das sind diejenigen, die auch etwas bewirken können. Außerdem geht die Kritik dann nicht immer gegen die Jüngeren.“

Lasse Stöcker (12), Brake

Daniel Schumann Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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