Brake - Darmkrebs ist laut Holger Kerstan, Facharzt für Gastroenterologie am Braker St.-Bernhard-Hospital, mit mehr als 60 000 Neuerkrankungen im Jahr noch immer eine der häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Führt man den Landkreis Wesermarsch anzahlmäßig als Beispiel an, so wären zwei Drittel der Einwohner zwischen Lemwerder und Tossens von dieser Krankheit betroffen.
Nach Auswertung des deutschen Krebsregisters zeigt sich zwar, dass die Anzahl an Darmkrebserkranunken rückläufig ist. Die Anzahl an Darmspiegelungen hat indes zugenommen. Untersuchungen zur Krebsvorsorge sind nach Holger Kerstans Worten nämlich unentbehrlich. Stuhltests sollten ab dem 50. Lebensjahr erfolgen, eine Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr.
Ab einem Alter von 50 Jahren trete Darmkrebs häufiger auf, betont Holger Kerstan. Zunehmend seien mittlerweile auch jüngere Menschen betroffen. Ein Grund dafür könnte mit westlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zusammenhängen.
Eine andere Ursache ist ein erhöhtes familiäres Risiko. Menschen aus dieser Gruppe benötigen laut Dr. Thomas Fox, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, frühzeitige Untersuchungen, um Darmkrebs und dessen Vorstufen zu erkennen. Ein Hausarzt wisse das in der Regel.
Die Vorstufen von Darmkrebs sind Polypen, die Jahre vor dem Tumor auftreten. Darmkrebs kann aber durch eine frühzeitige Darmspiegelung und Entfernung der Polypen verhindert werden. Was eine Vorsorge beinhaltet, wie sie vorgenommen wird und was bei einer chirurgischen Behandlung passiert, wenn ein Tumor gefunden wurde, wollen die beiden Fachärzte Holger Kerstan und Thomas Fox bei einem Vortrag zum Thema „Darmkrebs – Vorsorge und Therapie“ am Dienstag, 12. März, erläutern. Beginn ist um 18 Uhr im Café im Erdgeschoss des St.-Bernhard-Hospitals.
