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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Brake

Scharfe Kritik an Deponie-Gutachten

25.07.2019

Brake „Grundfalsche Annahmen“, „dreister Versuch“, „nach wie vor nicht glaubwürdig“, „einseitig“, „nicht nachvollziehbar“, „ungeeignet“ – das Urteil, das Hans-Otto Meyer-Ott über den Eignungsnachweis für die Deponie Käseburg fällt, ist eindeutig. Grundlage ist für den Sprecher des Arbeitskreises (AK) Wesermarsch eine Stellungnahme von Dr. Werner Neumann. Der Physiker ist Sprecher des Bundesarbeitskreises Energie des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie Mitglied der BUND Atom- und Strahlenschutz-Kommission. Der AK hatte ihn gebeten, den Eignungsnachweis zu überprüfen.  

Die Bürgerinitiative AtommülldepoNIE hatte den Eignungsnachweis bei einem Besuch im Umweltministerium ausgehändigt bekommen – allerdings nur die erste Fassung. Diese war vom Ministerium an den Auftraggeber zurückgegangen mit der Auflage, sie zu überarbeiten, da sie unter anderem zu viele pauschale Annahmen enthielt.

In seiner „ersten vorläufigen Stellungnahme“ kritisiert Neumann die von Kraftwerksbetreiber Preussen-Elektra beauftragte Untersuchung zur Eignung der Deponie Brake-Käseburg für die Einlagerung von so genanntem freigemessenen Abfall aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) scharf. In dem von der Brenk Systemplanung verfassten Eignungsnachweis würden „sehr viele Annahmen“ getroffen. Und nur deren Anwendung in den Berechnungen führe letztlich zum Ergebnis, dass „eine Ablagerung von radioaktiven Abfällen, die als ,nicht radioaktiv‘ deklariert werden, im Zuge des Freigabeverfahrens auf der Deponie Brake-Käseburg als zulässig erachtet wird“.

Neumann lehnt diese Annahmen als nicht gesetzeskonform und nicht durch die Strahlenschutzkommission anerkannt ab. Kern seiner Kritik: In dem Eignungsnachweis wird davon ausgegangen, dass der Grenzwert der Strahlenbelastung von maximal 10 Mikrosievert pro Jahr nur zu 30 Prozent ausgeschöpft werde. Eine Begründung für eine solche Annahme gebe es nicht. Auch widerspreche sie dem Sinne eines Grenzwertes. In der Konsequenz führe das dazu, dass der Grenzwert bei Ausschöpfung der 100 Prozent (wie von der Strahlenschutzkommission verlangt) um den Faktor 3,33 überschritten werden könne: „Eine Überschreitung des Dosisgrenzwertes ist daher nicht mehr auszuschließen, eher sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit zu vermuten.“

Im Eignungsnachweis werde zwar festgestellt, dass das 10-Mikrosievert-Kriterium bei vier Radionukliden bei 100 Prozent Ausschöpfung der Freigabewerte überschritten sei. Es werde aber unterstellt, dass „in der Praxis davon ausgegangen werden“ könne, dass die Freigabewerte im Mittel nur bis maximal 40 Prozent ausgeschöpft würden. Nachweise fehlten ebenso wie auch eine Kontrolle dieser Annahmen, kritisiert Neumann.

Er zieht den Schluss, dass „faktisch eine Umsetzung dieser Einzelfallprüfung in reale Maßnahmen zur Freimessung und Ablagerung (...) zu einer erheblichen Überschreitung der als Maß angesetzten 10 Mikrosievert pro Jahr und Person führen“.

Für AK-Sprecher Meyer-Ott kann die Bewertung nur eine Folge haben: „Das Umweltministerium muss dieses Papier von Brenk Systemplanung aus der Bewertung nehmen.“ Die Ergebnisse von Neumann hat er dem Ministerium zur Verfügung gestellt. Zudem müsse Umweltminister Olaf Lies endlich mit einer Bundesratsinitiative ein Zen­trallager für derlei Abfälle und einen Ersatz des 10-Mikrosievert-Konzeptes auf den Weg bringen. Bis dahin müssten „die rechtlichen und technischen Möglichkeiten geschaffen werden, derartige Abfälle auf dem Gelände des Atomkraftwerks zu lagern“. Bereits im Vorjahr hatte der AK Wesermarsch Klage gegen die genehmigte Form des Rückbaus des KKU eingereicht.


Mehr Berichte zum Thema unter   www.nwzonline.de/rueckbau-kkw-unterweser 
Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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