• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Brake

Nicht nur sauber, sondern klinisch rein

30.08.2018

Brake Es hat ein bisschen was von Hochsicherheitstrakt. Steht die Schleusen-Ampel auf rot, geht nichts rein in die Sterilisation. Soll ja auch nicht, vor allem keine Keime. Denn die können für Patienten tödlich sein.

Damit das Operationsbesteck bei einem Einsatz keimfrei ist, gelten höchste Ansprüche an die Hygiene. Und die zu erfüllen ist Aufgabe von Birgit Soeken, Marco Hoffmann und Kollegen in der Zentralsterilisation. Hieß die Abteilung früher einmal Zen-trale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA), prangt heute die Abkürzung AEMP an der Tür, und die steht für Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte. Beides beschreibt schon ziemlich genau, was hinter den Türen passiert: gebrauchtes Operationsbesteck wird gereinigt und sterilisiert.

Hinter der Schleuse verbirgt sich zunächst der Unrein-Raum. Material aus den OPs oder von den Stationen wird im Transportwagen angeliefert, die Stationen übernehmen das selber, für die Operationssäle gibt es einen Hol- und Bringdienst. In der AEMP werden dann die einzelnen Körbe mit unterschiedlichem Inhalt eingescannt. Soweit möglich werden die medizinischen Instrumente auseinandergebaut, damit auch wirklich jede noch so winzige Ecke gereinigt werden kann.

Der erste Schritt dazu geschieht im Reinigungs- und Desinfektionsgerät (RDG). Knapp zwei Stunden bleiben OP-Besteck, Sonden und anderes Material in den drei überdimensionierten Geschirrspülmaschinen. Seit März dieses Jahres sind die hochmodernen Geräte in Betrieb. Vorspülen, thermische Desinfektion, Spülen mit vollentsalztem Wasser und Trocknen, das Programm ist stets dasselbe, je nach Material kann die Länge aber variieren. Hier ist auch Tempo gefragt: „Je länger es stehen bleibt, desto schwieriger geht beispielsweise getrocknetes Blut ab“, weiß Marco Hoffmann.

Weiter geht es dann im Rein-Raum. Hier werden die Instrumente aus dem RDG genommen, anschließend wird das Ergebnis der Reinigung überprüft – und bei Bedarf nachgearbeitet. Dabei kann der Steamer helfen. Unter Hochdruck kommt heißer Dampf auch an Stellen, die ansonsten nur schwer zu reinigen sind. Anschließend wird der komplette Reinigungsvorgang ein weiteres Mal durchlaufen.

Im Rein-Raum steht auch der Packtisch, an dem der Technische Sterilisationsassistent Hoffmann das medizinische Material für den nächsten Einsatz wieder zusammenbaut und zusammenstellt – je nach Anforderung und je nach Operateur, denn die haben mitunter ihre ganz speziellen Instrumente. Digitale Packlisten unterstützen dabei jeden Schritt: „Ein Sieb, das nicht eingescannt ist, kann man nicht packen.“

Eingeschweißt geht es für das Operationsbesteck in den Sterilisator. 134 Grad Celsius soll kein Mikroorganismus überleben. Nach einer halben Stunde Abkühlphase sind die Instrumente für die nächste Operation abholbereit und warten in der stets nur von einer Seite zu öffnenden Schleuse auf den Einsatz.

Bevor die Materialien die ZSVA verlassen dürfen, durchlaufen sie strenge Kontrollen. Die speziell qualifizierten Mitarbeiter achten darauf, dass die Verpackungen intakt und trocken sind und dass Container verschlossen sind. Erst wenn alle Vorgaben erfüllt sind, erfolgt die Freigabe des Materials, die Dokumentation und Weiterleitung an den Operationsbereich sowie die entsprechenden Abteilungen.

Insgesamt rund drei Stunden dauert ein kompletter Durchlauf im AEMP. Marco Hoffmann weiß um die Bedeutung dieser Arbeit: „Wenn der Operateur keine Instrumente kriegt, kann er nicht helfen.“

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.