Brake - „Du wirst die nächsten 24 Stunden nicht mehr erleben“: Michael Kurz, Bürgermeister der Stadt Brake, hat am Mittwochabend (3. Mai) von einem Facebook-Nutzer mehrere Morddrohungen erhalten und daraufhin die Polizei eingeschaltet.
Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte ein Sprecher der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, dass eine Bedrohungsanzeige eingegangen sei und die Ermittlungen laufen. Noch sei allerdings nicht abschätzbar, ob die Drohungen ernst gemeint waren oder es sich nur um wirre Äußerungen handelte, sagte der Sprecher. Den zuständigen Ermittlern lägen jedenfalls Screenshots der verschiedenen Morddrohungen vor – die nicht nur auf der Facebook-Seite des Bürgermeisters zu lesen waren.
Mehrfach mit Mord gedroht
Dort hatte der Nutzer zunächst unter einem völlig harmlosen Beitrag laut Kurz geschrieben, dass er dessen exakten Wohnort kenne und „Amokläufer durch dein Fenster schießen“ würden. Kurz erklärte, dass er sich daraufhin umgehend auf den Weg zur Polizeiwache in Brake gemacht und den Beamten den Vorfall geschildert habe.
Genau zu diesem Zeitpunkt erhielten die Braker Polizisten auch von unserer Redaktion einen Hinweis auf die Morddrohungen, denn der Nutzer hatte sich im Laufe des Abends ebenso auf der Seite von NWZonline geäußert. „Der Bürgermeister wird noch diese Nacht erledigt“, lautete eine Nachricht, versehen mit dem Hinweis: „Das ist keine Drohung, sondern ernst!“
Normaler Arbeitsalltag
Am Tag nach den widerlichen Anfeindungen gab Kurz im Gespräch mit unserer Redaktion zwar zu, dass die Äußerungen an ihm nagten, er sich davon aber keinesfalls einschüchtern lasse. Die Ereignisse hätten keine Auswirkungen auf seinen Arbeitsalltag oder die für die kommenden Tage vereinbarten Termine. Gleichwohl werde er vorsichtiger sein und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen für sich und sein näheres Umfeld treffen.
Die erste erfolgte bereits unmittelbar nach der Anzeige. Auf Anraten der laut Kurz „sehr empathischen und sich toll verhaltenden Polizeibeamten“ verbrachte der Bürgermeister die Nacht nicht in seinem Zuhause. Wer hinter den Anfeindungen steckt, könne er sich ebenso wenig erklären wie dessen Motiv.
„Es rattert in meinem Kopf und ich frage mich, was der Anlass gewesen sein könnte“, sagte Kurz. Ihm sei aber kein Ereignis und keine Äußerung bekannt, die diese Drohungen provoziert haben könnten. „Das ist für mich eine völlig neue Erfahrung, die eigentlich immer sehr weit weg schien.“
