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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Brake

Gesundheit: Gemeinsam über Risiko-Operation reden

16.08.2014

Brake „Früher habe ich in der Öffentlichkeit nicht mehr gegessen“, erzählt Renate Hilger, die seit Januar diesen Jahres die Adipositas-Selbsthilfegruppe Robustus in Brake leitet. Zu groß sei die Angst vor abwertenden Blicken oder dummen Sprüchen gewesen. Die 47-Jährige und Jana Kathmann sind „Mitglieder der ersten Stunde“ der seit Juni vergangenen Jahres bestehenden Gruppe. Diese wurde von Kevin Michels und Dr. Jan Hendrik Herrfurth gegründet.

Sie habe sich am 14. Februar diesen Jahres einer Magenbypassoperation unterzogen, berichtet Hilger. Zuvor habe sie viele Vorbereitungsmaßnahmen treffen müssen – auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe sei verpflichtend. „So soll erreicht werden, dass nicht jeder ohne zu überlegen diese Risiko-OP durchführen lässt, nur um ein paar Kilos abzunehmen“, erklärt sie.

Seit 27 Jahren leidet sie unter Übergewicht. „Vor der OP habe ich bei 1,74 Meter 152 Kilos gewogen“, berichtet die 47-Jährige. Diverse Diätversuche und Ernährungsberatungen scheiterten. Gesundheitliche Beschwerden wie Bluthochdruck, zwei Bandscheibenvorfälle, permanente Schmerzen beim Bewegen und leichte Diabetes Typ 2 schränkten sie immer mehr ein. Am Tiefpunkt angekommen, erfuhr sie von der Selbsthilfegruppe. „Das war eine Punktlandung“, meint sie rückblickend. Seit ihrer OP hat sie bereits 41 Kilogramm abgenommen. „Die Operation hat mein Leben auf den Kopf gestellt – in einem sehr positiven Sinn“, sagt sie glücklich lächelnd. „Mein Wunschgewicht sind 80 Kilogramm.“

Einen anderen Weg möchte Kathmann einschlagen. Die Rodenkircherin hat seit ihrer Pubertät kontinuierlich zugenommen, sich „einen Panzer aufgebaut“, wie sie selbst sagt. Das „Trostessen“, das sie meist heimlich zu sich nahm, führte sie bereits im Alter von 14 Jahren zu einer Ernährungsberatung, zwei Kuren folgten. „Die erste war wegen der Psyche, die zweite spezieller zum Abnehmen“, erklärt die 26-Jährige, die bei 1,73 Metern „im 150-Kilo-Bereich“ liegt. „Ich bin noch nicht bereit für eine OP“, meint sie. Rund 80 Kilogramm möchte sie mit mehr Sport und gesunder Ernährung abnehmen.

„Die Zusammengehörigkeit ist etwas Tolles“, meint Kathmann über die Selbsthilfegruppe. „Kein Dicker ist glücklich“, sagt Hilger. „Auch wenn sie das sagen. Zu 99 Prozent ist das eine Lüge.“ In den monatlichen Gesprächen würde sich alles rund um die Operationen drehen, so die Leiterin. Und „Vorher-Nachher-Bilder“ seien sehr gefragt: „Die wollen alle sehen.“

Bis auf Jana Kathmann streben derzeit alle der im Schnitt 15 bis 20 Teilnehmer eine Operation an. Einige haben – wie Hilger – den Eingriff am Adipositas-Zentrum Nord-West in Brake, Friesoythe, Varel oder Wilhelmshaven bereits hinter sich.

„Wir sind keine lustige Abnehm-Gruppe“, stellt Hilger fest. „Wir sprechen über Pro-blemfälle und wollen bewusst machen, dass es keine leichte OP ist.“ Trotzdem: „Den Eingriff hat niemand bereut. Alle würden es wieder machen.“


Mehr Infos unter   www.adipositas-selbsthilfegruppe-brake.de.rs 
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