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NWZonline.de Region Bremen

Als Fallanalytiker ungeklärten Morden auf der Spur

09.10.2015

Bremen Alle Plätze der Buchhandlung Kamloth im Gebäude des Amtsgerichts waren am Mittwochabend besetzt. Axel Petermann, Ex-Kommissar, Profiler, Bestseller-Autor und „Tatort“-Berater, las aus seinem neuen Buch. Seine Mordfälle sind keine Fiktion, sondern real.

Erschütternd brutale Verbrechen fasst der Fallanalytiker in seinem neusten Buch zusammen. Dem Auditorium erklärte er, was man aus den Spuren am Tatort lesen kann und wie ein Täterprofil entsteht. Ungelöste und nur scheinbar gelöste Fälle konnte Petermann aufklären. „Dieser Weg der Erkenntnis führt auch durch Leichenhallen, Sektionssäle und Schlachthäuser“, heißt es in seinem Buch. Wenn Experten herangezogen werden, könnten das auch mal ein Bankräuber oder eine Domina sein.

Denn ein Profiler stelle sich Fragen wie: Was ist der Tatort für eine Örtlichkeit? Wie hat der Täter sich dort verhalten? Welche Verletzungen hat das Opfer? Wer ist das Opfer? Eine genaue Rekonstruktion der Tat und die ruhige Betrachtung des Tatorts brächten oft wichtige Erkenntnisse.

Ende der 90er sei das Profiling, eine Ermittlungsmethode des FBI, nach Europa gekommen. Als Profiler versuche man, die Stimmung und äußeren Einflüsse zum Zeitpunkt des Verbrechens nachzuempfinden, erzählte Petermann. Die Herangehensweise sei anders als bei den regulären Ermittlungen. Trotzdem lieferten die Fakten aus Protokollen und Berichten von Kriminalpolizei, Spurensicherung und Gerichtsmedizin die Basis. Wichtig sei aber auch eine Distanz zu den ermittelnden Kollegen und Zeugen, da ihre Aussagen oft eine eigene Interpretation beinhalte.

Inzwischen sind 35 bis 40 Fallanalytiker bei den Landeskriminalämtern beschäftigt. Als Pensionär geht Petermann nun im Auftrag von Angehörigen Fällen nach. Darunter ist auch ein Fall in Lüttgenrode. Eine junge Frau wurde dort 1975 von ihrem Vater stranguliert auf dem Dachboden gefunden. Sie war in ihrem Zimmer bewusstlos geschlagen worden. Auf dem Dachboden hatte der Täter sie dann erschlagen, erstochen, erwürgt und erhängt. Petermann besuchte den Tatort, sammelte Details, sprach die Eltern und stellte das Verbrechen nach. Mehr verriet er während der Lesung nicht. Von diesem und weiteren Fällen erzählt er in „Der Profiler“ (Heyne Verlag).

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