Bremen - „Nie werden wir die Kämpfer gegen die Gewaltherrschaft im Zweiten Weltkrieg vergessen“ – steht auf dem Denkmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, das auf dem neuen jüdischen Friedhof im Ortsteil Riensberg eingeweiht worden ist. Bürgerschaftspräsident Christian Weber, betonte: „Antisemitismus ist nie hinnehmbar und nicht entschuldbar.“

Schlomo Mosche Amar, Oberrabbiner von Jerusalem, enthüllte den Gedenkstein und sprach das Kaddisch-Gebet. „Die heiligen Bücher in diesem Grab zeugen vom Tod jüdischer Menschen; sie berichten von den Millionen Männern, Frauen und Kindern, ermordet in Konzentrationslagern, Ghettos und durch Massenerschießungen“, lautet die Inschrift.

Weber erinnerte, dass vor allem die jüdische Bevölkerung den schlimmsten Zivilisationsbruch der deutschen Geschichte erleiden musste. „Wir stehen in der Pflicht, unserer Vergangenheit zu erinnern – natürlich aus Anstand und Moral, aber vor allem aus der Verantwortung heraus, nicht zuzulassen, dass die Vergangenheit beschönigt wird, und zu verhindern, dass sie sich eines Tages wiederholt. Das Morgen darf nie wieder so werden wie das Gestern von 1933 bis 1945 war.“

Weber zeigte sich beunruhigt, dass Antisemitismus wieder grassiere. „Ich bin von Scham erfüllt, wenn ich höre, dass es bewaffneter Polizisten bedarf, um Juden während ihres Gebetes zu schützen. Es macht mich traurig und zornig, dass jüdische Kinder hier ihre Schule verlassen, weil sie sich nicht einschüchtern und beleidigen lassen wollen wegen politischer Entwicklungen im Nahen Osten.“

Das neue Denkmal, so Weber, stehe als Mahnmal. „Indem wir unseren jüdischen Mitbürgern beistehen, sie und ihre religiösen Identität schützen, schützen wir am Ende auch uns selbst, unsere Freiheiten, unsere Werte, die für Mitgefühl und Menschlichkeit stehen.“