• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Bei Bremern braut sich etwas zusammen

08.10.2016

Bremen Mit Hopfen für Craft-Bier liegt die „Gemüsewerft“ voll im Trend. Das Bremer Urban-Gardening-Projekt hat eine echte Marktlücke gefunden. „Wir sind die einzigen, die Hopfen in Norddeutschland anbauen“, sagt Michael Scheer, Geschäftsführer der Gesellschaft für integrative Beschäftigung, der Betreiberin der „Gemüsewerft“. Im Betrieb arbeiten berufsunfähige Menschen zwecks gesellschaftlicher Teilhabe. Der Markt brummt. Und mit dem Bremer Hopfen entsteht ein regionales Bier.

Die „Gemüsewerft“ baut insgesamt 75 Pflanzenarten an. Gleich am Eingang des Standorts Gröpelingen fällt ein großes Holzgerüst ins Auge. Hier wächst Hopfen. Scheer und seine Kollegen ernten mit der Hand. Dafür müssen die Beschäftigten auch mal eine Leiter hoch. Stück für Stück werden die Samenköpfe, genannt „Dolden“, abgezupft. Wenn man diese etwas öffnet, ist eine gelbe Flüssigkeit zu sehen. Sie enthält Lupullin, den Stoff, auf den es den Bierbrauern ankommt.

Fünf verschiedene Hopfensorten produziert die „Gemüsewerft“. Darunter ist „Cascade“, der bedeutendste Hopfen für die Produzenten von Craft-Bier. Es handelt sich um einen aus den USA stammenden Flavour-Hopfen, der dem Bier auch eine leicht fruchtiig-blumige bis würzige Note gibt. Besonders fruchtig sind die Sorten „Chinook“ und „Centannial“. Ebenfalls im Programm sind „Hallertau Tradition“, ein in vielen deutschen Bieren verwendeter Hopfen mit mildem Aroma, und „Hallertau Comet“, ursprünglich amerikanisch, lange vergessen und im Rahmen der Craft-Bier-Welle wiederentdeckt.

Michael Scheer hat die Hopfenernte inzwischen liebgewonnen. „Ich mag das lieber als alles andere“, sagt er. Der Hopfen ist in Kisten gepflanzt und rankt sich mehrere Meter das Gerüst hoch. Auf der „Gemüsewerft“ wird alles in Kisten angepflanzt. „Wir kennen die Toxikologie des Bodens nicht, deshalb bauen wir unsere Nahrungsmittel und auch das Quasi-Nahrungsmittel Hopfen in zertifizierter Pflanzenerde an“, erklärt Scheer. Gegossen wird mit Trinkwasser und auch mit Regenwasser. Als Düngemittel kommen Pferdeäpfel zum Einsatz. Auf Insektenvernichtungsmittel verzichtet das Team gänzlich.

„Wir haben einen praktisch ausgestorbenen Beruf wiederbelebt, den Hopfenzupfer. Früher sind bis zu 200 000 Menschen für vier Wochen nach Hallertau gereist, um bei der Ernte mitzumachen“, sagt Scheer. Die Effektivität beim Hopfenanbau in Gröpelingen ist mittlerweile sehr hoch. „Wir haben pro Quadratmeter einen Ertrag, fast so hoch wie in der Hallertau. In diesem Jahr sind zwei Zentner herausgekommen.

„Im Durchschnitt braucht man ein Gramm Hopfen für einen Liter Bier. Das schwankt aber sehr stark je nach der Sorte des Hopfens und der Biersorte, die man brauen will“, sagt der Haupt-Hopfenabnehmer der „Gemüsewerft“, Markus Freybler.

Weitere Nachrichten:

Comet

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.