Bremen - Arbeitnehmer im Land Bremen haben 2015 mehr verdient als noch im Jahr zuvor. Die Arbeitnehmerkammer Bremen spricht vom „stärksten realen Anstieg der Arbeitnehmereinkommen seit fünf Jahren“. Vor allem Teilzeitkräfte und Ungelernte haben demnach vom Lohnplus profitiert. Trotzdem bleibt der Arbeitsmarkt gespalten.

Die Einkommen legten der Kammer zufolge im Jahr 2015 nominal um 2,6 Prozent zu. Durchschnittlich verdiente ein Arbeitnehmer in Bremen 3709 Euro. Weil die Inflation nahe null lag, hatten die Beschäftigten auch deutlich mehr Geld im Portemonnaie. Dass auch Ungelernte und in Teilzeit Beschäftigte mehr Geld in der Tasche hatten, ist für die Kammer „ein deutliches Zeichen, dass der gesetzliche Mindestlohn wirkt und er weiter angepasst werden muss“, so Hauptgeschäftsführer Ingo Schierenbeck. Die ab Januar 2017 geplante Erhöhung auf 8,84 Euro sei dringend nötig, aber noch zu niedrig, so Schierenbeck, der für eine „armutsfeste Rente“ einen Mindestlohn von mehr als elf Euro fordert.

Im „Verdienste-Ranking“ der Bundesländer für 2015 liegt Bremen auf dem sechsten Platz – hinter Hamburg, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Bremer, die im vergangenen Jahr in Teilzeit beschäftigt waren, liegen mit einem Lohnzuwachs von 3,1 Prozent über dem Durchschnitt. Teilzeitkräfte erzielten hier laut Kammer einen Zuwachs von 8,7 Prozent.