Bremen - Zum dritten Mal muss sich ein ehemaliger Polizeiarzt wegen des Todes eines mutmaßlichen Drogendealers in Bremen vor Gericht verantworten. Am Dienstag brach der Angeklagte in dem neu aufgerollten Prozess erstmals sein Schweigen und bedauerte, was mit dem Opfer in jener Nacht geschehen sei. Er hatte dem 35-Jährigen vor mehr als acht Jahren Brechsirup über eine Magensonde eingeflößt, damit dieser verschluckte Kokainkügelchen erbricht. Dieser fiel dabei ins Koma und starb später.
„Sein Tod ist mir sehr nahe gegangen“, sagte der 49 Jahre alte Mediziner. „Ich habe bis zum heutigen Tage sehr schwer an diesem Vorfall zu tragen.“ Bereits zweimal hatte er wegen des tödlichen Brechmitteleinsatzes vor dem Landgericht gestanden. Beide Verfahren endeten mit Freisprüchen, die der Bundesgerichtshof aber anschließend kippte. Jetzt muss eine neue Kammer den Fall wieder von vorne verhandeln, alle Zeugen und Gutachter erneut befragen.
Fünf weitere Verhandlungstage hat das Landgericht bis Mitte Mai angesetzt. Die Nebenklage-Anwältin Elke Maleika, die die Mutter des Opfers vertritt, zeigte sich zuversichtlich, dass der Prozess diesmal nicht mit einem Freispruch enden wird. „Wir haben zwei Urteile des Landgerichts, die der Bundesgerichtshof aufgehoben hat. Das heißt, hier ist eindeutig was falsch gelaufen.“ Es müsse nun endlich geklärt werden, wer für den Tod des 35-Jährigen verantwortlich sei.
