BREMEN - Trotz eines gerichtlichen Verbots haben am
Sonnabendnachmittag in Bremen rund 200 Anhänger der linken Szene
demonstriert. Die schwarz gekleideten und zum Teil vermummten
Jugendlichen zogen in einem Block in die Innenstadt, wie ein
Polizeisprecher mitteilte. Sie hätten versucht, eine zentrale
Kreuzung zu blockieren. Dies hätten Einsatzkräfte der Polizei
verhindert. Bis zum Abend seien zunächst rund 170 Teilnehmer in
Gewahrsam genommen worden, 30 Teilnehmer des Demonstrationszuges
hätten sich kooperativ gezeigt. Alle anderen hätten sich geweigert,
den Vorgaben der Polizei zu folgen und so sei nach Einschaltung eines
Richters die Ingewahrsamnahme bestätigt worden.
Die Demonstration war als Teil eines bundesweiten Aktionstages
angemeldet worden. Hintergrund war nach Angaben des Bremer Senats ein
seit September vor dem Berliner Kammergericht laufender Prozess gegen
drei Mitglieder der sogenannten militanten Gruppe (mg). Ihnen wird
unter anderem versuchte Brandstiftung vorgeworfen. Die seit 2001
existierende mg habe sich zu mehr als 20 Brandanschlägen auf
Einrichtungen von Staat und Kapital bekannt und führe eine Debatte
über Militanz.
