BREMEN - Vielfältig präsentierte sich die Show: Bei keiner der Darbietungen kam Langeweile auf.
Von Alice Bachmann
BREMEN - Wenn Reiner singt, Ingrid steige ihm zu Kopf, ist das Publikum im Schlachthof belustigt und begeistert zugleich. Denn zur Abschlussgala der sechsten Bremer Jonglier-Convention sind auch Reiner und Ingrid gekommen, die im wirklichen Leben womöglich ganz anders heißen. An diesem Abend spielen sie zwei Saunagäste, die nach anfänglichem Zögern ihre Scheu vor Körperkontakt aufgeben und allerlei Artistik zum Lied von Reiner und Ingrid zeigen.Wenn Ingrid singt, Reiner mache sie schwindlig, dann liegt es daran, dass er sie gerade wie einen Kreisel wild herumwirbelt – nicht auf dem Boden, sondern auf seinem Rücken. Als Dank macht Ingrid einen Handstand auf Reiners Kopf. Aber nicht nur Reiner und Ingrid zeigen sich in bester Form und erhalten reichlich verdienten Beifall. Das gesamte Programm überzeugt durch Jonglage und Artistik auf hohem Niveau.
Da ist zum Beispiel Nils, der hoch hinaus will: Lässig, als gebe es keine Schwerkraft, zieht er sich an einem Seil hoch, wobei er beide Beine waagerecht in der Luft hält. Oben dann erklimmt Nils ein Trapez, an dem er Figuren zeigt und herumturnt, dass den Zuschauern schon mal der Atem stockt. Mit Musik arbeitet ein Paar, das nicht in die Höhe jongliert, sondern zum Rhythmus maschinenhafter Klänge große Flummibälle rollt oder zu Boden wirft und wieder fängt. Ganz ohne Musik dagegen kommen die beiden mit den Regenschirmen aus. Sie zeigen eine poetische Pantomime, deren Figuren auf Breakdance basieren, was zu einer interessanten, modernen Variante von Artistik führt.
Komik und Artistik verbindet Kurt, der sich auf einer Wippe balancierend durch einen Ring zwängt. Wie Kurt es schafft, mit nach unten gebeugtem Oberkörper und von dem engen Ring eingequetscht laut Späße ins Publikum zu rufen, ist ein echtes Rätsel.
