BREMEN - Für die Mieter ändert sich nichts. Die Stadt hat per Vertrag vorgesorgt, dass in den Untergeschossen Gastronomie untergebracht sein wird.
von Ralf Sussek
BREMEN - Ein stilprägendes Element des Bremer Marktplatzes hat den Besitzer gewechselt. Das „Deutsche Haus“ samt angrenzenden Gebäuden ist verkauft. Noch ist das Grundbuch nicht geändert, gestern wurde aber der notarielle Vertrag unterzeichnet. Die gemeinnützige Hamburger Körber-Stiftung hat das Häuserensemble „Beck’s Am Markt 1“ von der Brauerei Beck GmbH & Co. erworben.„Beck’s konzentriert sich aufs Kerngeschäft, das Brauen und Verkaufen von Bier“, erklärte Makler Justus Wohltmann, der das Geschäft eingefädelt hatte. „Wir sind hocherfreut, dieses Gebäude im Herzen von Bremen erwerben zu können. Es wird eine ideale Ergänzung unseres Immobilienbestand sein“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Körber-Stiftung, Christian Wriedt. Nichts dagegen sagte er zum Kaufpreis.
Zum Ensemble mit 2213 Quadratmetern Nutzfläche gehören die vier Häuser zwischen Ratsapotheke und Peek & Cloppenburg. Für die Mieter wird sich nichts ändern. Das heißt: Sowohl das „Beck’s Bistro“ zum Marktplatz hin als auch die Geschäfte von Hachez und Martinshof (Richtung Liebfrauenkirchhof) bleiben, wo sie sind. Ebenso wie UBS, Harms und die anderen Mieter. „Wir wollen, dass das Beck’s am Markt bleibt“, so Wriedt.
Deshalb wurde bereits ein langfristiger Gastronomievertrag geschlossen. Die Stadt hatte sowieso schon vorgesorgt: Mit einem Grundbucheintrag ist sichergestellt, dass hier auf dem Marktplatz in den Untergeschossen stets Gastronomie zu Hause sein soll.
Das Ensemble stammt aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Eckhaus Am Markt 1 wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Und unter Verwendung von Teilen anderer alten Gebäude wieder aufgebaut. Ein Highlight im Inneren ist die Stoevesandt-Diele mit ihrer edlen Treppe.
Die Körber-Stiftung wurde 1959 von dem Unternehmer, Ingenieur und Erfinder Dr. Kurt A. Körber in Hamburg-Bergedorf gegründet. Sie arbeitet operativ und ist politisch unabhängig. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Was sie aber nicht daran hindert, Objekte in „1a-Lagen“ zu kaufen. Als langfristige Geldanlage. „Der Anlagebereich Immobilien spielt bei uns eine bedeutende Rolle“, sagte Wriedt. Die eigentlichen Betätigungsfelder der Stiftung sind Völkerverständigung, Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, kulturelle Vorhaben und die Fürsorge für alte und kranke Menschen.
Eine besondere Beziehung zu Bremen hat die Stiftung nicht. „Wir sind Hamburger und bleiben Hamburger“, sagte Wriedt. Immerhin unterstützt die Stiftung bereits die Forschungsstelle Osteuropa der Bremer Uni.
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