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NWZonline.de Region Bremen

Mann sticht 33-jähriger Frau Kugelschreiber ins Auge

09.07.2019

Bremen Ein 36-jähriger Mann soll einer 33-Jährigen einen Kuli ins Auge gerammt und dabei ihren Tod in Kauf genommen haben. Deshalb muss er sich seit Montag unter anderem wegen versuchten Totschlags vor dem Bremer Landgericht verantworten. Die Frau – sehr wahrscheinlich seine Lebensgefährtin – überlebte die Attacke, hat die Sehkraft auf ihrem linken Auge aber wohl für immer verloren.

Viel ist bislang nicht bekannt über den Angeklagten. 36 Jahre alt, türkischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Bremen, sein Geld verdiente er zuletzt mit Putzarbeiten. Mehr wolle ihr Mandant aktuell nicht sagen, teilte Rechtsanwältin Christina Walter, Pflichtverteidigerin des Mannes, mit. Über die Taten, die ihm Staatsanwalt Florian Maaßen zur Last legt, ist indes mehr bekannt. So schilderte Maaßen am Montag, wie es zur mutmaßlichen Attacke kam. Laut Anklage stiegen der 36-Jährige, die Frau und ihre Tochter (8) in der Nacht auf den 27. Januar in einen Bus der Linie N7 in Richtung Gröpelingen. Bereits zuvor hätten sich beide lauthals gestritten. Um der Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, soll sich die Frau zunächst in den hinteren Bereich des Busses begeben haben. Auf Höhe des Aumunder Heerwegs in Vegesack nahm der Angeklagte, so Maaßen, die Frau zunächst in den Schwitzkasten und rammte ihr mit den Worten „Ich mach’ Dich blind“ einen Kugelschreiber „kraftvoll“ ins linke Auge. Erst, als ein Fahrgast eingriff und den Mann zu Boden brachte, habe der Angeklagte von seinem Opfer abgelassen.

Alarmierte Polizisten nahmen den Angreifer schließlich fest. Noch in der Wache fanden Beamte die vermeintliche Tatwaffe – einen „Kugelschreiber (rot)“, so ein Vermerk aus den Gerichtsakten. Dass die Frau ihr Sehvermögen auf dem linken Auge verlieren wird, steht mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ fest, diagnostizierten Ärzte bereits kurz nach dem Angriff.

Über die Hintergründe der mutmaßlichen Attacke wurde auch am Montag nichts bekannt. Vermutlich, so deutete sich jedenfalls an, handele es sich um eine Beziehungstat. Täter und Opfer sollen zeitweilig in einer gemeinsamen Wohnung gelebt haben – dem Ort, an dem womöglich eine weitere Gewaltorgie stattfand. Anfang Dezember 2017 soll der Angeklagte laut Staatsanwalt Maaßen auf die gebürtige Syrerin eingeprügelt und unter anderem ihren Kopf mehrfach gegen ein hölzernes Kinderbett geschlagen haben, bis das Bett zerbrach. „Der Angeklagte würgte die Frau mindestens 60 Sekunden, bis sie keine Luft mehr bekam“, so die weiteren Vorwürfe. Danach habe er die 33-Jährige mit einem Cocktailmixer und einer Holzlatte verprügelt. Die Frau trug laut Anklage „zahlreichen“ Prellungen und Schürfwunden davon. Noch drei Monate später habe sie unter starken Kopfschmerzen gelitten. Dem Mann droht eine empfindliche Freiheitsstrafe. Neben versuchten Totschlags ist er wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung angeklagt.

Der Prozess ist bis Anfang September terminiert und wird am Freitag, 12. Juli, fortgesetzt.

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