BREMEN - Weiterer Fahndungserfolg für die Polizei: Zwei 19-jährige Bremer werden beschuldigt, 40 Kilo schwere Steine von Autobahnbrücken geworfen zu haben.

von Jörg Esser

BREMEN - Eine weitere Erfolgsmeldung verkündete gestern die Bremer Polizei. Am frühen Morgen konnten die Steinewerfer dingfest gemacht werden, die von Autobahnbrücken aus Jagd auf Autofahrer gemacht haben. Wenige Tage zuvor wurde, wie berichtet, ein Sexualtäter festgenommen.

„Die Bremer Polizei hat ihre Leistungsfähigkeit gezeigt“, resümierte Polizeipräsident Eckard Mordhorst. Und sie hat engagiert und personalintensiv ermittelt. Unter anderem waren 40 bis 50 Beamte zuletzt nahezu rund um die Uhr im Einsatz, um die seit Gründonnerstag andauernde Serie der Steinwürfe von Autobahnbrücken aufzuklären. Mit Erfolg: Gestern Morgen fiel den Ermittlern auf der Autobahnbrücke Olbersstraße in Mahndorf ein mit Standlicht heranrollendes Auto auf. Die Insassen entdeckten offensichtlich die Zivilstreife, versuchten zu flüchten. Doch die Polizei war schneller und zwang die zwei 19-jährigen Männer zum Halten.

Im Kofferraum des Wagens wurden dann diverse Bordsteinkantensteine entdeckt. Potenzielle Tatwaffen. „Die hätten geschmissen“, sagte der zuständige Polizeibeamte Jens Rezewski. Das Gewicht der Steine wird auf je 40 Kilo geschätzt.

Die Steinewerfer hingegen zählen nicht zur Kategorie der Schwergewichtler. „Eher das Gegenteil“, so Rezewski. Die geständigen Täter – ein Einzelhandels-Azubi und ein Arbeitsloser – wohnen in Hemelingen bzw. in der Neustadt. Motive der Taten sind Geltungssucht, Langeweile und Sensationslust. Zudem haben sie wissen wollen, „wie Autofahrer reagieren, wenn sie von Steinen getroffen werden“. Hoffnung machten sie sich auf Massenkarambolagen.

Sechs Taten, besser gesagt sechs „Treffer“, sind den jungen Bremern nachzuweisen, sagte Staatsanwalt Uwe Picard. Zwei Fahrzeuginsassen erlitten dabei leichte Schnittverletzungen. Die Männer sind dem Haftrichter überstellt worden. Picard hat Anklage wegen versuchten Mordes in sechs Fällen, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Die Männer müssen mit mehrjährigen Jugendstrafen rechnen.