BREMEN - BREMEN/GN - Mehrere Arbeitslosen- und Beschäftigungsinitiativen haben für heute ab 17 Uhr zu einer „öffentlichen Verhandlung“ in den Speicher XI in der Überseestadt geladen. Sie klagen den Ein-Euro-Job an. Das Urteil steht schon fest: „Dieses arbeitsmarktpolitische Instrument muss gestrichen werden“, sagt Uwe Helmke von der Blauen Karawane.
Verurteilen wolle er nicht, und auch nicht strafen. „Dazu haben wir nicht die Befugnis.“ Vielmehr wollen die Initiatoren – darunter die Aktionsgemeinschaft arbeitsloser Bürger in Bremen (AGAB), die Solidarische Hilfe, Attac, das Sozialplenum oder das Arbeitslosenzentrum Tenever – auf ein Dilemma aufmerksam machen, in dem viele Arbeitslose stecken: Sie nutzen ein Instrument, das sie gesellschaftspolitisch für falsch halten. „Es geht darum, sich nicht ohnmächtig auf immer neue und immer schlechtere Bedingungen einzustellen“, sagt Helmke.
Es gebe durchaus Alternativen zu Ein-Euro-Jobs. So wird auf Berechnungen verwiesen, wonach statt vier Ein-Euro-Jobs drei sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze finanziert werden könnten. Auch die gesetzlich geforderte Zusätzlichkeit der Ein-Euro-Jobs wird von den Betroffenen in Frage gestellt.
„Hier wird oftmals gesellschaftlich notwendige Arbeit geleistet“, sagt Susanne Drees, die als Streetworkerin Suchtkranke betreut – für einen Euro die Stunde.
