BREMEN - Emsige Beschäftigung zwischen Kisten, Kartons, Vitrinen – im Focke-Museum laufen die Vorbereitungen für die nächste Ausstellung auf Hochtouren. Das Thema der Schau ist die Fortbewegung. Genauer: Hier dreht sich alles um Kinder und Bewegung. Vom 8. Februar bis 17. Mai zeigt das Focke-Museum eine Ausstellung mit dem Titel „Kinder in Fahrt – Mobile Gefährte(n) vom Kinderwagen bis zum Bobbycar“.

Das hat sich bereits herumgesprochen, und so kamen dem Museum noch einige unverhoffte Leihgaben ins Haus. Der Fahrradsammler Gerd Böttcher etwa meldete sich – unter anderem mit einem Fahrrad-Kindersitz aus den 30er Jahren. Aus Metall gefertigt und zusammengeklappt auch als Gepäckträger zu benutzen. Museumsdirektorin Dr. Frauke von der Haar: „Solche Exponate sind sehr selten, weil kaum jemand solche Alltagsgegenstände aufbewahrt hat.“ Und Böttcher hatte noch etwas in petto. Gestern brachte er ein Kinder-Hochrad aus der Zeit um 1880. Es stammt aus dem Bestand des Sammlers Jürgen Voigt. „Ein Knaben-Hochrad“, erklärte Böttcher.

Konzipiert übrigens ist die Ausstellung als Familienschau im wörtlichen Sinne – mit vielen Mitmach-Zonen. Auch die kleinsten Besucher können hier etwas entdecken. Es geht um den Ideenreichtum technischer Lösungen für den Transport kleiner Kinder in den vergangenen 150 Jahren.

Auf einer etwa 400 Quadratmeter großen Fläche können kleine Besucher fahrbare Untersätze wie Bobbycars ausprobieren. Es geht auch um die Phase, in der die Kinder selbst mobil werden – sie beginnen zu laufen, und dann wollen sie auch schon bald fahren. Der Radius des Erlebens wächst jedesmal mit. Tragemantel, Kinderwagen, Fahrradanhänger – all diese Transportmittel für die Kleinen und bisweilen auch für die etwas Größeren vereinen Aspekte der Kulturgeschichte in sich. Entwicklungen im Design und Zeitgeschmack, in Technik und Zeitgeist werden sichtbar. Der Alltag der Erwachsenen, die Spielwelt der Kinder – ein herrliches Terrain, auf dem auch Museumsmacher sich mal so richtig austoben können.

Die Ausstellung „Kinder in Fahrt“ wurde vom Museum für Europäische Kulturen in Berlin konzipiert und in Bremen um außergewöhnliche Puppenwagen, Kinderschlitten und Kinderfahrzeuge aus der Sammlung des Focke-Museums ergänzt – und eben um Leihgaben.