BREMEN - BREMEN - Er stand für Aufbruch, für eine neue Politik. Er faszinierte und weckte Emotionen. Er vereinigte allerlei Widersprüche in seiner Person. Wie kann sich eine Ausstellung einem Mann, einer Figur, einem Thema wie Willy Brandt nähern? Vielleicht möglichst unemotional, sachlich, nüchtern. Ein Beispiel ist seit gestern in der Unteren Rathaushalle zu sehen. Bis zum 28. Mai zeigt die Friedrich-Ebert-Stiftung dort ihre Ausstellung „Willy Brandt – Ein politisches Leben 1913 bis 1992“. Sie ist dienstags bis sonnabends von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
70 Stelltafeln mit 500 Fotografien. Reproduktionen von Zeitungsartikeln, Brandt-Zitate und Brandt-Notizen – dazu Plakatsäulen, Bücherschränke, Videos: Die Ausstellung orientiert sich am Politischen. Doch lässt sich das in diesem Fall vom Persönlichen trennen? Und: Brandt gilt als der erste nach amerikanischem Vorbild „inszenierte“ deutsche Politiker. Gleichzeitig steht er wie kaum ein anderer für Glaubwürdigkeit. Der Besucher durchläuft in der Unteren Rathaushalle Stationen deutscher und europäischer Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sehenswert.
