BREMEN - An der Kasse erhält jeder Besucher einen Spielfaden. Besonders kompliziert sind die Muster der Inuit.

Von Kerstin Buss

BREMEN - Fadenspiele gehören zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Spielen der Welt. In Europa ist vor allem das „Abnehm-Spiel“ auf allen Schulhöfen beliebt. Die Sonderausstellung „Ein Faden verbindet – Weltumspannende Fadenspiele“ zeigt ab Sonntag, 8. Mai, wie in unterschiedlichen Kulturkreisen gespielt wird. „Außerdem passt die Faden-Ausstellung wunderbar zum diesjährigen Internationalen Museumstag“, sagt Dr. Andreas Lüderwaldt, Chef-Völkerkundler des Übersee-Museums. Das Motto laute nämlich „Museen bauen Brücken“, was auch mit Fäden ausgezeichnet funktioniere.

Los geht es bereits an der Kasse: Hier erhalten alle Besucher einen Spielfaden und können dann im Sonderausstellungsraum gleich selber loslegen. „Das ist ja das Schöne an diesem Thema“, sagt Ausstellungsleiterin Anka Bolduan. „Das Fäden-Thema ist zum Mitmachen gedacht und die Ausstellung zum Mitmachen gemacht.“

Erstellt wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Spielexperten Prof. Manfred Polzin von der Uni Bremen. Neben einem Dokumentationsfilm, in dem Bremer beim Fadenspiel von den Erinnerungen berichten, die sie damit verbinden, gibt es in der Dauerausstellung im ersten Stock fünf Kuben. Jeder dieser kleinen würfelförmigen Räume widmet sich einem anderen Kulturkreis, in dem die Fadenspiele zum Teil ähnliche, zum Teil ganz unterschiedliche Bedeutungen und Funktionen haben.

Zu entdecken gibt es etwa, dass bei den Ureinwohnern von Polynesien und Neuguinea vor allem Tiere und Gebrauchsgegenstände dargestellt werden. Die Fadenspiele der Eskimos sind besonders hoch entwickelt, was offenbar mit den extremen Lebensbedingungen in der Arktis zusammenhängt. Die Inuit vertrieben und vertreiben sich die langen Winternächte mit komplizierten Mustern. Die Ausstellung wird von einem abwechslungsreichen Aktionsprogramm und Aufführungen der Fadenspielgruppe „Aboinudi“ begleitet.