BREMEN - Wussten Sie, dass zur Herstellung eines Tropfens Rosenöl 30 Blüten benötigt werden? Oder für einen Liter Lavendelöl 70 Kilo Lavendelkraut? Dieses und vieles mehr erfahren die Besucher ab Donnerstag in der neuen Ausstellung „Flower Power“ in der Botanika.

Mit „Flower Power“ zeigt die Botanika bis zum 29. August eine Ausstellung, die sich mit der Kernkompetenz des grünen Science Centers beschäftigt, nämlich mit Pflanzen, wie Geschäftsführerin Petra Schäffer am Dienstag betonte. Der Untertitel lautet „Pflanzenheilkunde zwischen Aberglauben und moderner Medizin“ und lässt erahnen, was die Besucher zu sehen bekommen: Wissenswertes über Heilpflanzen.

Duftende Heilpflanzen

Die Ausstellung wurde vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart konzipiert. Dort entdeckte sie Prof. Dr. Dietmar Zacharias, Dozent für Angewandte und Ökölogische Botanik an der Hochschule Bremen.

Empfangen werden die Besucher von riesigen Heilpflanzen, die zwar aus Pappmache sind, aber dennoch durch ätherische Öle duften. Da findet sich die Kamille ebenso wie der Löwenzahn, denn auch der wird als Heilpflanze genutzt, wie Dr. Karin Fritzsch vom Naturkunde-Museum in Stuttgart erläuterte. Anfassen, riechen, fühlen – alles, bis auf schmecken, ist möglich. Wer mehr erfahren möchte, nutzt PCs und Hörstationen. Gezeigt wird, wie ätherische Öle destilliert werden. Immer wieder taucht das Wort „Droge“ auf. In der Pflanzenheilkunde, so Fritzsch, werden alle getrockneten Pflanzenteile als Drogen bezeichnet. Fritzsch: „Jeder hat zu Hause jede Menge Drogen wie Gewürze oder Tee.“ Die Ausstellung geht ebenso auf Cannabis ein, das auch als schmerzstillendes Mittel eingesetzt wird, wie auf den „Fluch und Segen“ des Nikotins. Nikotin sei ein

Suchtmittel, helfe aber auch gegen Depressionen, heißt es.

Die richtige Dosis macht’s

Fritzsch sagt: „Pflanzen sind kein Wundermittel, helfen aber gegen viel. Es kommt immer auf die Dosis an.“ Einblicke gibt die Ausstellung auf 300 Quadratmetern in die bedrohte Arnika, in die „Apotheke Tropischer Regenwald“ und vieles mehr. Tipps, welche Pflanze bei welchen Beschwerden angewendet werden kann, fehlen nicht. Im Mystikraum aus dem Mittelalter betritt der Besucher Eichenwald, stößt auf Kräuterfrauen und Kräuterhexen.

Er lernt, dass die Alraune als Schatz galt und Fälscher gern die billige Zaunrübe verkauften. Geöffnet ist die Botanika mittwochs bis freitags, 9 bis 18 Uhr, sonnabends, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.