BREMEN - BREMEN - Was machen die eigentlich? Über die Freimaurer gibt es wenig Kenntnisse und viele Vorurteile. Eine Ausstellung des Focke-Museums soll das nun ändern. Die Schau mit dem Titel „Licht ins Dunkel“ beginnt am Sonntag, 2. Juli. Sie dauert bis zum 29. Oktober.
Und sie beginnt mit den Vorurteilen. Sätze wie „Die Freimaurer bilden eine geheime Weltregierung“ stehen auf Zetteln, die im Eingangsbereich der Ausstellung hängen.
Anschließend widmet das Museum sich einer seiner, wie Direktor Professor Jörn Christiansen sagt, „vornehmsten Aufgaben – der Aufklärung“. Auch so ein Stichwort. „Die Freimaurer sind ein Produkt der bürgerlichen Aufklärung“, sagt Ausstellungsmacher Dr. Heinz-Gerd Hofschen. Sich einfügen in den Bau des Tempels der Menschheit, das bedeutet eben auch: Sich selbst vervollkommnen. Forschen.
Apropos: Die Anregung zu der Ausstellung gaben die Freimaurer selbst. Und sie haben sie auch finanziert. Aber, und das wurde gestern im Focke-Museum gleich mehrmals betont, sie haben sich nicht eingemischt. So konnte eine wissenschaftlich fundierte Ausstellung entstehen – in guter aufklärerischer Tradition.
„Licht ins Dunkel“: Nachdem die Vorurteile abgehandelt sind, wandert der Ausstellungsbesucher durch geheimnisvoll dunkle Gänge von Erkenntnis zur Erkenntnis – wenn er denn will. Ziele, Symbole und Riten der Freimaurer werden erläutert. Damit endet die Geheimniskrämerei vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte – einst ein Selbstschutz vor Verfolgung. Von einem „neuen Grad der Offenheit“ war denn auch die Rede.
Im Begleitprogramm der Ausstellung gibt es sogar die Möglichkeit, Logenhäuser zu besuchen. Die Ausstellung untersucht auch den Einfluss der Freimaurer auf Bremens Entwicklung. Hofschen: „Die Logen haben besonders im 19. Jahrhundert eine große Rolle in der Stadtgeschichte gespielt – als Ort bürgerlicher Verständigung.“ Eliten hätten sich in Freimaurerlogen vereint, politische und diplomatische Kontakte gepflegt.
Heute seien die Freimaurer „nicht mehr Sammelpunkt der Mächtigen und Reichen“. Ihre Entwicklung sei ein Spiegelbild der Entwicklung des Bürgertums.
Zur Ausstellung „Licht ins Dunkel“ erscheint in der Edition Temmen ein Buch von Marcus Meyer und Heinz-Gerd Hofschen. Der 128-Seiten-Band kostet 14,90 Euro.
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