BREMEN - Was sind die Zeichen für Rechtsextremismus, was sind seine Symbole? Mit welchen Strategien werben seine Verfechter um Anhänger, wie wichtig ist dabei das Internet?
Überblick zu Entwicklungen
Fragen, auf die eine Ausstellung im Haus der Wissenschaft seit Montag Antworten gibt. Am Montagabend eröffnete Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) eine Wanderausstellung zum Thema Rechtsextremismus. Diese gibt einen Überblick über die aktuellen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und vermittelt einen Eindruck von den jüngeren Entwicklungen in der rechtsextremistischen Szene, insbesondere von deren Musik.
Die Ausstellung, die der niedersächsische Verfassungsschutz gemeinsam mit dem Bremer Landesamt für Verfassungsschutz organisiert, richtet sich insbesondere an Schulklassen ab der Jahrgangsstufe acht. Für sie werden von einer Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes Führungen angeboten.
Auf fast 20 Stelltafeln erfahren die Besucher so manches über die Ideologie der Ungleichheit, die dem Rechtsextremismus zugrunde liegt, und im Widerspruch zum Gleichheitsgedanken des Grundgesetzes steht. Vorgestellt werden die verschiedenen Gruppierungen von Skinheads, die nicht immer rechtsextrem sein müssen. Die „Redskins“ etwa repräsentieren das linke Spektrum, antirassistisch sind die „Skinheads Against Racial Prejudice“ (SHARP-Skins), unpolitisch die „Oi!-Skins“.
Nach Angaben des Verfassungsschutzes gibt es bundesweit etwa 4400 Neonazis in 160 Kameradschaften, in Niedersachsen rund 330 Personen in 20 Verbünden. Das Internet hat für die Rechten zentrale Bedeutung als Kommunikationsmittel, und mit Musik gehen sie bei jungen Leuten auf Unterstützer-Fang.
Mitgliederschwund
Die rechtsextremen Parteien verlieren in Bremen seit Jahren immer mehr Mitglieder: In der DVU sind es von ehemals 170 noch etwa 70 Mitglieder, die NDP hat rund 50 Mitglieder. Dennoch warnte Mäurer gestern: „Bremen ist keineswegs eine Rechtsextremismus-freie Zone.“ Seit 2007 gibt es hier eine „Eingreiftruppe“ aus NPD, Neonazis, Skinheads und Hooligans gegen die linksextremistischen „Antifas“.
Die Wanderausstellung „Verfassungsschutz gegen Rechtsextremismus – Demokratie schützen “ im Haus der Wissenschaft (Sandstraße 4/5) ist montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr und sonnabends von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am Donnerstag, 22. April, gibt es um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wohin führt der Weg der Rechten?“.
