BREMEN - Wenn die ungeahnt große Resonanz in nachhaltiges Interesse und Mitwirken mündet, dann geht ein gutes Omen vom 1. Bremer Innovationstag aus. Am Dienstagnachmittag trafen sich rund 300 Unternehmer und Wissenschaftler, um ins Gespräch zu kommen.
Keine Eintagsfliege
Eine Eintagsfliege soll es nicht sein, was die Innovationsmanager der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) da angeschoben haben. Im Auftrag des Wirtschaftsressorts wurde seit vergangenem Sommer nicht nur an der Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung im Allgemeinen, sondern auch speziell an der Neuausrichtung der Innovationsförderung gearbeitet. Das Ergebnis: Eine Fokussierung auf die drei Themenfelder Luft- und Raumfahrt, Erneuerbare Energien/Wind und Maritime Wirtschaft.
„Es gilt, Stärken weiterhin zu stärken und Exzellenzen zu entwickeln“, sagte Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB. Zukünftig wolle man sich bei der Förderung von Dienstleistungen, Verfahren und Produkten noch mehr auf die Punkte Standortstärkung und Marktfähigkeit berufen. „Wir wollen einen Wettbewerb der Ideen anregen“, so Heyer. Ein wesentlicher Baustein ist das Thema Vernetzung. „Es gilt für den Standort Bremen ein Profil zu schaffen, dazu gehört auch ein professionelles Clustermanagement“, meinte Heyer. Letztlich gehe es darum, Bremen in Berlin und Brüssel wahrzunehmen.
Anregender Zündstoff
Für anregenden Zündstoff sorgte Uni-Rektor Wilfried Müller. Er bemängelte, dass zwar in Bremen eine konstante Innovationspolitik betrieben wird, aber die Zahl der Firmeninvestition in Forschung und Entwicklung zurückgehe. „Dramatisch“ nannte Müller dies.
In seinen Augen sei Bremen keinesfalls auf dem Weg nach oben, allein deswegen sei es ratsam, sich auf Themenfelder zu konzentrieren.
Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, nahm den Faden aus Sicht der Unternehmen in Bremen auf – und verabschiedete sich bei seiner Antwort auf Müllers provokante Thesen von seinem Redemanuskript.
Es folgte ein spannendes Plädoyer für ein verstärktes Netzwerken untereinander und den Ausbau der Forschungslandschaft durch Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft – womit wieder alle Akteure in einem Boot saßen.
