BREMEN - Auf dem neuen Zentralgebäude der Bremer Justizvollzugsanstalt (JVA) in Oslebshausen weht seit Mittwoch der Richtkranz. Bisher haben mehr als 50 Firmen und rund 1000 Mitarbeiter am Bau mitgewirkt. In etwa einem Jahr soll das 15 Millionen Euro-Projekt fertig sein.

Das multifunktionale Gebäude mit einer Nutzfläche von 7570 Quadratmetern ist zentraler Baustein der auf zehn Jahre angelegten Modernisierung des Gefängnisses, das seit 1874 besteht. Auf dem nördlichen Teil des Geländes entsteht ein 206 Meter langer viergeschossiger Neubau mit einer zentralen Pforte für den gesamten Personen- und Fahrzeugverkehr. Der Neubau wird auf 200 Bohrpfählen mit energiesparender Außenhaut und Klinkern stehen. Um eine Flucht von Gefangenen zu verhindern, entsteht eine neue 300 Meter lange Betonaußenmauer. Vorgelagert wird ein Sicherheitszaun.

„Mit dem Richtfest sind wir der Fertigstellung des gänzlich neuen Bauwerks wieder ein Stück nähergekommen“, freute sich Justizsenator Martin Günthner (SPD). „Ein zeitgemäßer Justizvollzug, so wie ich ihn verstehe, ist auf die Wiedereingliederung der Gefangenen in die Gesellschaft und auf den Schutz der Bevölkerung vor wiederholter Strafbegehung ausgerichtet. Für diese Aufgaben wird die JVA Bremen gerüstet sein.“ Im Mittelpunkt der Sanierung stehen seinen Angaben zufolge die angemessene Unterbringung der Gefangenen, die Anpassung der Sicherheitsvorrichtungen an den bundesdurchschnittlichen Standard sowie die Modernisierung der gesamten Infrastruktur der Anstalt. Für die JVA-Beschäftigten bedeute das neue Zentralgebäude eine klare Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sagte Anstaltsleiter Dr. Carsten Bauer: „Kurze Wege und effektivere Arbeitsabläufe verschaffen mehr Raum für die Arbeit mit Gefangenen.“

Nach dem Spatenstich für die Gesamtsanierung im August 2009 und der Grundsteinlegung für das Zentralgebäude im September 2010 erfolgt jetzt der dritte große Schritt zur Sanierung und Erneuerung des Gefängnisses. Der Senat hatte das Gesamtkonzept 2008 verabschiedet, die Maßnahmen kosten rund 50 Millionen Euro.