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Belästigung Bremer Bäder sagen Gaffern den Kampf an

Nina Seegers

BREMEN - Vor allem Kinder, Jugendliche und Frauen fühlen sich in Schwimmbädern häufiger von Gaffern beobachtet oder gar sexuell belästigt. Damit solche Situationen in Zukunft möglichst ausbleiben, starten die Bremer Bäder jetzt eine Kampagne, die potenzielle Täter abschrecken und belästigte Badegäste ermutigen soll, grenzüberschreitende Vorfälle zu melden.

Menschen sensibilisieren

„Ich sag‘s!“, lautet der Titel der Kampagne gegen sexuelle Aufklärung in Bremer Bädern. Diese zwei Wörter sind von nun an nicht nur als Schriftzug an vielen Orten in den Bädern zu entdecken, sondern betiteln auch Plakate, Broschüren und T-Shirts des Bäderpersonals. Sogar eine Internetseite ist im Rahmen dieser Kampagne entstanden, die über präventive Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung aufklären soll.

Neben Bielefeld und Halle in Westfalen ist Bremen bislang deutschlandweit die einzige Stadt, die dieses Thema offensiv anspricht und aktiv dagegen angeht. Dirk Schumaier, Geschäftsführer der Bremer Bäder-Gesellschaft, betonte: „Tabuisierung von sexueller Belästigung ist nicht mehr zeitgemäß. Gerade das offensive Hingucken ist der wichtigste Schritt, den Tätern keine Chance zu lassen.“

Auch Sportsenator Ulrich Mäurer (SPD) hob hervor, wie wichtig es sei, gegen ein solch aktuelles Thema wie sexuelle Belästigung präventiv vorzugehen. „Überall dort, wo Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen zusammentreffen, ergeben sich so genannte Tatgelegenheiten“, so Mäurer.

Zur Umsetzung der Präventionsarbeit erklärte Projektleiterin Sandra Lachmann, dass es vor allem darum gehe, Mitarbeiter durch Schulungen aufzuklären und zu sensibilisieren, Badegäste zu informieren und zu Zivilcourage aufzurufen sowie eine möglichst breite Öffentlichkeit durch Plakate, Broschüren und die Internetseite zu erreichen. Alle neu eingestellten Mitarbeiter der Gesellschaft müssen darüber hinaus zukünftig auch ein weiterführendes Führungszeugnis vorlegen. Außerdem soll es von nun an einen festen Ansprechpartner geben, der gemeldete Vorfälle dokumentiert und kommuniziert. Denn Zahlen darüber, wie häufig es zu grenzüberschreitenden Situationen kommt, gibt es bislang nicht.

Budget von 10 000 Euro

Mit fachlicher Unterstützung der Beratungsstelle „Schattenriss“ und der Bremer Fachstelle für Gewaltprävention sowie durch die Kooperation mit Studenten der Hochschule für Künste, die die Kampagne gestaltet haben, ist es den Bädern gelungen, das Projekt mit 10 000 Euro umzusetzen. „Ich freue mich sehr, dass ein derart wichtiges Thema mit einem solch bescheidenen Budget bestritten werden konnte“, so der Dirk Schumaier.

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