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Beruf: „Bremsspuren“ am Bremer Arbeitsmarkt

01.11.2019

Bremen Mehr Ausbildungsplätze, weniger Bewerber und ein zunehmender Wettbewerb der Unternehmen um Wunschkandidaten – der Ausbildungsmarkt habe sich „gedreht“, bilanzierten Bremer Arbeitsagentur, Handels- und Handwerkskammer nun bei der Vorstellung des aktuellen Ausbildungsmarktberichts.

Vorgestellt hat Joachim Ossmann, Chef der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zudem die Arbeitsmarktdaten für Oktober. Er sprach von „ersten Bremsspuren“ und einer „leichten Eintrübung“ am Arbeitsmarkt. Die traditionelle Belebung des Arbeitsmarktes im Herbst sei in diesem Jahr mit minus 0,3 Prozent oder 119 Arbeitslosen weniger gegenüber September nur schwach ausgefallen.

Laut Ossmann sei zum einen eine gewisse Verunsicherung bei Käufern wie Herstellern in der Automobilbranche bezüglich Immobilität und Antriebsfragen zu spüren, zum anderen mache sich eine Verunsicherung wegen des Brexits bemerkbar.

Im Land Bremen hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Oktober kaum verändert. Die Quote lag wie im Vormonat bei zehn Prozent, wie die Arbeitsagentur mitteilte. Insgesamt waren 36 015 Menschen arbeitslos gemeldet, 2070 mehr als im Vorjahresmonat.

In der Stadt Bremen waren im Oktober 28 847 Personen arbeitslos, 1979 Personen (+ 7,4 Prozent) mehr als im Oktober 2018. Die Quote lag im Oktober bei 9,6 Prozent (Vormonat 9,6 Prozent, Vorjahresmonat neun Prozent).

In Bremerhaven stieg die Arbeitslosenzahl leicht auf 7168 (11,9 Prozent). Das sind 24 (+ 0,3 Prozent) mehr als im September und 91 mehr (+ 1,3 Prozent) als im Vorjahresmonat. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind der Berufsberatung 6092 freie Ausbildungsplätze gemeldet worden. Das sind 738 (+ 13,8 Prozent) mehr als im Vorjahr. Zum 30. September waren noch 245 Stellen unbesetzt, 149 weniger als im vergangenen Jahr.

Demgegenüber standen 5185 Bewerber, die sich suchend an die Arbeitsagentur gewandt haben. 2017/2018 waren es 464 Bewerber mehr.

In den vergangenen Jahren, so Ossmann, habe es dagegen deutlich mehr Bewerber als Ausbildungsstellen gegeben. Unternehmen und Betriebe könnten nun nicht mehr aus dem Vollen schöpfen, müssten sich dem zunehmenden Wettbewerb um Wunschbewerber stellen. „Bremer Bewerber stehen allerdings oft in Konkurrenz zu Jugendlichen aus dem niedersächsischen Umland“, so Ossmann. Das bestätigt die Bremer Arbeitnehmerkammer: 36 Prozent der Azubis pendeln aus dem Umland nach Bremen und Bremerhaven.

3692 neue Ausbildungsverträge hat die Handelskammer laut Michael Zeimet, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung, registriert. Das sind 117 (3,1 Prozent) weniger als im vergangenen Jahr. Von 2014 bis 2018 habe sich die Quote der unbesetzten Plätze von sechs auf 13 Prozent mehr als verdoppelt, so Zeimet. Vor allem das Handwerk kämpfe weiterhin gegen Klischees.

Bei den Männern seien Ausbildungen zum Kfz-Mechatroniker und zum Kaufmann im Einzelhandel am beliebtesten, bei den Frauen sind es die Ausbildungen zur Kauffrau für Büromanagement und zur Medizinischen Fachangestellten.

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