BREMEN - Das Unternehmen sieht gute Absatzmöglichkeiten für Sicherheitskonzepte. Beim Thema Verkaufsgerüchte wurde Zurückhaltung geübt.
Von Thomas Kuzaj
BREMEN - „Es ist nicht vorrangig, welchen Shareholder wir haben. Vorrangig ist, dass wir unsere Marktposition ausbauen.“ Mit diesen Worten reagierte Atlas-Elektronik-Geschäftsführer Klaus Stapmans gestern auf Gerüchte, nach denen der Mutterkonzern BAE Atlas verkaufen wolle.In Bremen-Sebaldsbrück präsentierte man gestern die Unternehmensbilanz für das Jahr 2004. Der Bremer Spezialist für maritime Elektroniksysteme leidet unter einer Flaute bei Rüstungsaufträgen. Zwar stieg der Umsatz von 273 auf 292 Millionen Euro. Doch: Das Ergebnis vor Steuern sei mit sieben Millionen Euro (Vorjahr: 16 Millionen) nicht zufriedenstellend, sagte Klaus Stapmans. Das „Umfeld für Verteidigungstechnik“ nannte er „äußerst schwierig“ – und zwar weltweit.
„Die Marktentwicklung entsprach nicht unseren Erwartungen“, sagte Vertriebschef Wolfgang Heuer. Viele Staaten geben weniger Geld aus, streichen oder verschieben Programme. Auch in Deutschland gebe es „so gut wie keinen Spielraum“ für „neue Beschaffungsentscheidungen“. Heuer: „Damit müssen wir leben.“
Und vor diesem Hintergrund gelte: „Wir werden unsere Bemühungen im Export noch weiter verstärken.“ Atlas Elektronik gewinnt 80 bis 90 Prozent seiner Aufträge im Exportbereich. „Damit importieren wir massiv Arbeit nach Bremen“, sagte Manfred Meyersieck, der Leiter des operativen Geschäfts.
Zudem peilt man in Sebaldsbrück verstärkt zivile Märkte an. Gute Absatzmöglichkeiten sieht der Hochtechnologie-Anbieter für maritime Elektronik bei Sicherheitskonzepten für Häfen und Küsten. Gründe dafür seien verschärfte Maßnahmen der Küstenstaaten zum Schutz von Häfen und Schiffen vor Terroristen, aber auch vor Piraten und Raubfischern. Gefragt seien kleine, effektive Schiffstypen statt großer Kampfschiffe wie zu Zeiten des Kalten Krieges, hieß es.
Zu den Gerüchten, BAE Systems wolle seine deutsche Tochter mit ihren 1665 Mitarbeitern verkaufen, meinte Klaus Stapmans: „Es gibt bei BAE eine Untersuchung möglicher Optionen, nicht mehr.“ Konkrete Ergebnisse seien im Laufe des Jahres zu erwarten, vielleicht auch in drei Monaten. Nach Medienberichten waren der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sowie der französische Rüstungselektronikkonzern Thales an einer Übernahme interessiert.
