Bremen - Läuft! So lässt sich das erste Jahr von Jörn Meyer als Betreiber des Metropol-Theaters am Richtweg (früher Musicaltheater) zusammenfassen. Der 45-Jährige selbst drückt es so aus: „Das erste Jahr lief überraschend gut.“ Und auch für 2019 ist der Veranstaltungsprofi gut aufgestellt. Schon jetzt sind 100 Tage im Theater belegt – und dabei hat Meyer fürs zweite Halbjahr noch gar nicht richtig losgelegt.

Ein Jahr ist es her, dass Jörn Meyer den Vertrag mit dem Besitzer der Immobilie, dem Projektentwickler Rolf Specht, unterschrieben hat. Kurz zuvor hatte es noch schlecht ums schöne Theater am Richtweg (1 400 Plätze) gestanden. Das Engagement von Betreiber „Mehr Entertainment!“ aus Düsseldorf sollte im Dezember 2017 enden. Specht fand keinen Nachfolger, dachte über Abriss und Wohnungsbau an der Stelle nach. Doch dann kam Jörn Meyer, der 20 Jahre für den Tourneeveranstalter und Produzenten BB-Promotion tätig war. Im Januar benannte der das damalige Musicaltheater in Metropol-Theater um. Der 45-Jährige, der mit Specht einen Vertrag bis April 2023 hat, wohnt mit Frau und den Hunden im Umland und sieht sich in seiner Stärke bestätigt: kurze Entscheidungswege, persönlicher Kontakt zu Veranstaltern und anderen regionalen Partnern etwa bei der Versorgung des Theaters. Hinzu kommt ein genreübergreifendes Programm.

Mitte Oktober 2017 gab’s einen Einstieg „light“, ab Januar ging’s in die Vollen. Seine erste Veranstaltung, die er an den Richtweg holte? Meyer lacht und sagt prompt: „,Ballet Revolucion’“. Da er aus der Branche stammt, waren die Kontakte schnell aktiviert. Und die Veranstalter waren bereit, waren froh über die Sicherheit, dass es im Theater weitergeht. Trotz der in der Branche ungewöhnlich kurzen Vorlaufzeit holte Meyer mehr als 100 Belegungstage für 2018, wie er sagt. Beispielsweise holte er für drei Wochen das Ensemble von „Carmen La Cubana“ ins Haus. Das probte lediglich in Bremen, die Premiere fand in Köln statt. Drei Wochen – mit Publikum – war auch die RTL-Show „Das Supertalent“ mit Dieter Bohlen & Co. im Haus. Meyer: „Das waren 14 Drehtage, mehr als 100 Leute waren dabei, jeder Raum bei uns war belegt.“

Beide Shows sind für Jörn Meyer ein gutes Beispiel für den Wirtschaftsfaktor, den das Theater darstellt. „Das Supertalent“ bescherte Bremen allein 2000 Übernachtungen, „Carmen La Cubana“ 750. „Dazu kommen noch Essen, Shoppen und natürlich Besucher“, sagt der 45-Jährige. Und er betont: „Ich habe den Schritt überhaupt nicht bereut. Bremen hat Potenzial. Es wäre eine Schande gewesen, das Haus zu schließen.“ Übrigens, etwa 60 Prozent der Besucher kommen aus dem Umland. 100 000 Euro hat Meyer inzwischen investiert, mehr soll folgen. Das frühere Restaurant „Mayfair“ soll zum Tagungsraum und zur Studiobühne werden. Auch das Parkhaus bekommt eine Frischzellenkur.