BREMEN - 100 Stichproben täglich macht der Bremer Zoll. Bei Investition wäre mehr zu schaffen.
Von Elisabeth Gnuschke
BREMEN - Das Hauptzollamt Bremen hat mit seiner Arbeit im vergangenen Jahr für Steuereinnahmen in Höhe von rund 2,9 Milliarden Euro gesorgt. Schwerpunkt in Sachen Schmuggelware waren wie bisher die Zigaretten. „Die Einnahmen steigen ständig“, sagte Vorsteher Hermann Schlüter gestern.2003 betrugen die Steuereinnahmen 2,4 Milliarden Euro, 2004 2,7 Milliarden. Die Summe teilt sich u.a. auf in 1,17 Milliarden Euro Einfuhrsteuer, 768 Millionen Mineralölsteuer, 361 Millionen Zölle, 313 Millionen Kaffeesteuer, 221 Millionen Tabaksteuer, 52 Millionen Stromsteuer und 20 Millionen Euro Biersteuer auf. Übrigens, von der Biersteuer profitiert Bremen direkt. Im Gegensatz zum Rest, der an EU, Bund und Länder aufgeteilt wird, bleibt sie komplett an der Weser.
Bei den Steuereinnahmen liegt das Hauptzollamt Bremen mit seinen 660 Zöllnern im Bereich der Oberfinanzdirektion Hannover nach Oldenburg (3,1 Milliarden Euro) auf Platz zwei. Schwerpunkt beim Schmuggel bleiben die Zigaretten. Der Weg führt dabei vor allem über Bremerhaven. Bewährt hat sich hier die 2003 in Betrieb genommene Container-Prüfanlage.
Dennoch, so bedauert Schlüter, kann der Zoll nur Stichproben machen. „100 am Tag schaffen wir“, sagte er und hofft auf eine zweite Anlage. „Die Kosten von 1,3 Millionen Euro hat die erste Anlage längst wieder eingespielt.“ Neben Stichproben nehmen die Zöllner Container natürlich auch nach Tipps ihrer Spürnasen und hinsichtlich bestimmter Herkunftsländer unter die Lupe.
Auch wenn die Zahl der sichergestellten Zigaretten sank (2003: 81,6 Millionen, 2004: 64 Millionen), so geht der Zoll-Vorsteher davon aus, dass nicht weniger geschmuggelt wird: „Es wird nur besser versteckt.“
Die Zöllner am Flughafen stellten ähnlich wie im Vorjahr 195 Verstöße fest, etwa gegen das Artenschutzgesetz. Gut entwickelte sich die Bilanz bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit: Die Schadenssumme stieg um 120 Prozent auf 6,6 Millionen Euro.
