BREMEN - Sieben Bundesländer haben sich beteiligt. Bildungssenator Lemke sieht sich bestätigt.

Von Elisabeth Gnuschke

BREMEN - „Mein Weihnachten ist gerettet“, freute sich gestern Bremens Bildungssenator Willi Lemke (SPD) über die neuesten Ergebnisse des VERA-Vergleichstests an Grundschulen. Bremens Viertklässler sind vom letzten Platz ins Mittelfeld aufgestiegen und vor allem beim Lesen deutlich besser geworden.

Sieben Bundesländer haben sich im September am neuen VERA-Vergleichstest beteiligt, neben Bremen Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Die Top-Länder wie Bayern oder Baden-Württemberg fehlten zwar, sie erwägen künftig eine Teilnahme, sagte Dietmar Kirchhoff, Referent aus dem Bildungsressort. Dennoch ist Bildungssenator Lemke mit der Leistungsverbesserung sehr zufrieden. Insbesondere im Lesen holten die Viertklässler gegenüber 2004 deutlich auf.

„Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk“, sagte der Senator gestern zum Sprung ins Mittelfeld. In Bremen und Bremerhaven beteiligten sich knapp 5000 Schüler am VERA-Test. Getestet wurden Lesen, Sachrechnen, Arithmetik und Geometrie. Ein Länder-Ranking haben die Wissenschaftler der Uni Koblenz-Landau zwar nicht vorgenommen, aber jedes Land kann sich am Durchschnittswert messen, sagte Kirchhoff.

„Die Ergebnisse sind der Nachweis, dass unsere Fördermaßnahmen wie Sommercamps, Leseclubs und Sprachkurse für Migrantenkinder greifen“, betonte Lemke. „Und das, obwohl wir erst am Beginn der Fördermaßnahmen sind.“ Seinen Kampf, Migranten-Eltern zum Deutschsprechen aufzufordern, werde er weiterführen, betonte Lemke. Jeder Test zeige, wie wichtig dies sei. „Die Schwächen der Kinder, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, sind unübersehbar.“ Insgesamt bezeichnete der Sena-tor „die schallende Ohrfeige durch PISA als Segen“. Dadurch habe Bremen gewusst, wo‘s kritisch ist, wo man ansetzen müsse.

Der Anteil der Schüler in den höheren Fähigkeitsniveaus stieg laut VERA-Test beim Lesen von 54,8 auf 67,1 Prozent. In Arithmetik wurde dieser Anteil von 80,8 auf 84,9 Prozent gesteigert. Im Sachrechnen wurde das Niveau gehalten. Als „Schönheitsfehler“ bezeichnete Lemke, dass die Bremer Viertklässler nicht mehr ganz so gut in Geometrie sind, sondern „nur“ noch Durchschnitt.

Freude über das Abschneiden auch bei allen Fraktionen. Der eingeschlagene Weg sei richtig, müsse aber konsequent fortgesetzt werden, insbesondere bei Mi-granten, betonten SPD und CDU. „Ermutigend, aber kein Grund zum Jubeln“, kommentierten die Grünen die Ergebnisse.