BREMEN - „Man findet in unattraktiver Lage nicht so leicht Sponsoren“, sagt Schulleiterin Maresi Lassek. „Der Bäcker bei uns nebenan sagte: Ich gebe dem Kippenberg-Gymnasium was, aber nicht Ihnen.“

Das Kippenberg-Gymnasium liegt in Schwachhausen. Maresi Lassek leitet die Grundschule am Pfälzer Weg – sie liegt in Tenever-Süd, im Schatten der Hochhäuser. Am Donnerstag waren zwei Klassen vom Pfälzer Weg in Schwachhausen – im Focke-Museum, um genau zu sein. Ein Besuch, der selbstverständlich sein sollte, aber das Gegenteil ist – eine Besonderheit.

Möglich macht diese Besonderheit ein Verein, der vor wenigen Wochen in Bremen gegründet wurde. Die Vereinigung mit dem programmatischen Namen „Museum macht Schule“ ermöglicht Schulen aus sozial benachteiligten Stadtteilen Museumsbesuche.

Bis in die 90er Jahre hatten Schüler freien Eintritt in den Museen. Eingespart, abgeschafft, wie Dr. Heinz-Gerd Hofschen klagt, der im Focke-Museum für Stadtgeschichte und Museumspädagogik zuständig ist. Dabei gilt: „Wir sind eine Volksbildungseinrichtung, die für alle Schichten der Bevölkerung offen ist.“ Damit diese Selbstverständlichkeit Wirklichkeit werden kann, sind inzwischen besondere Anstrengungen nötig.

Museumsdirektorin Dr. Frauke von der Haar berichtet, dass es für etliche Eltern schon ein großes Problem ist, ihren Kindern die Kosten für die Fahrt ins Museum zu bezahlen – vom Eintrittspreis ganz zu schweigen. „Wir spüren, dass viele nicht mehr kommen.“ Etwa 30 Prozent der Bremer Kinder leben in Armut. Das wirkt sich aus.

Den vier Kindern von Imke und Uwe Kuhmann geht es besser, und sie gehen mit Leidenschaft ins Museum. „Alle vier lieben es, hierher zu kommen“, sagt Imke Kuhmann. Und sie sagt auch: „Es kann nicht sein, dass es anderen verwehrt ist.“ Die Kuhmanns entschlossen sich, zu handeln. Sie suchten Mitstreiter und gründeten den Verein.