BREMEN - Bildung kostet. Zeit. Und Geld. Die Schulstiftung St. Willehad und das Bistum Osnabrück stecken pro Jahr über zwei Millionen Euro in die katholischen Schulen in Bremen. Das entspricht 35 Prozent der Gesamtkosten, den Rest trägt das Land. Und das ist im Vergleich zu anderen Bundesländern wenig. Nordrhein-Westfalen zahlt den Privatschulen 94 Prozent ihrer Personal- und Sachkosten. Das klingt für die Bremer nahezu himmlisch.
Derweil laufen der katholischen Kirche die Schäfchen weg. Das heißt: Die Einnahmen aus der Kirchensteuer sinken. Geld fehlt. Auch für die Bremer Schulen. „Der Beitrag des Bistums muss gedeckelt werden“, sagte Oberschulrat Dr. Winfried Verburg, Leiter der Abteilung Schulen und Hochschulen im Bistum Osnabrück. Und deckeln sollen die Eltern der Schüler. Ab dem kommenden Schuljahr wird für neue Schüler ein an den Einkommensverhältnissen orientiertes Schulgeld eingeführt. Bislang verzichteten die katholischen Schulen – als einzige Privatschulen im Land – darauf.
Das Schulgeld liegt künftig zwischen fünf und 36 Euro pro Schüler an den drei Grundschulen in Osterholz (St. Antonius), Oslebshausen (St. Joseph) und Huchting (St. Pius) sowie zwei zweizügigen Grundschulen in Walle (St. Marien) und der Innenstadt (St. Johannis). Zwischen fünf und 56 Euro sollen es an der Integrierten Haupt- und Realschule (IHR) sowie dem Gymnasium an der St.-Johannis-Schule sein. Derzeit unterrichten in den katholischen Schulen 136 Lehrer 726 Grundschüler und 1 077 Sekundarschüler. 42,65 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund.
Ohne die Einführung eines Schulgeldes hätte das Angebot zurückgefahren werden müssen, so Verburg. So aber bleibe „ein qualitativ hochwertiges Angebot erhalten“.
Das neue Konzept soll zunächst einmal zwei Jahre lang erprobt werden. Dass das Interesse an den katholischen Schulen zurückgeht, wird nicht erwartet. Bislang seien die Eltern auf den Infoabenden überrascht gewesen, dass der Privatschulbesuch kein Geld koste. „Keiner soll sich entmutigt fühlen, zu uns zu kommen“, sagte Verburg. „Es wird aber auch keiner gezwungen zu kommen.“
