Bremen - „Hood Training“ setzt auf Sport zur Gewaltprävention und zur Förderung der sozialen Integration von Kindern und Jugendlichen. Seit 2010 wird kostenloses Training für junge Menschen aus Brennpunktvierteln angeboten. Was in Tenever begann, hat inzwischen weit über Tenever (und Bremen) hinaus Kreise gezogen. Auch in Nordrhein-Westfalen etwa ist die Sportinitiative „Hood Training“ aktiv.
Zu den Schulen, an denen es regelmäßig Angebote von „Hood-Trainern“ gibt, gehört die KGS Leeste in Weyhe ebenso die Gesamtschule West in Walle und die Albert-Einstein-Oberschule in Osterholz. Auch einige Grundschule sind schon dabei. Bei den Kleinen steht aber nicht – wie bei den Jugendlichen – das „Calisthenics“-Körpertraining im Vordergrund.
„Da geht es um Bewegungsförderung, Umgang mit Aggression, Motorik – je nachdem, wie die Schule es will“, sagt Marc Fucke von der „Aktion Hilfe für Kinder“. Der 1998 in Bremen gegründete Verein ist Träger von „Hood Training“.
An der Wilhelm-Focke-Oberschule in Horn-Lehe hatte „Hood Training“ ein Wochen-Projekt gemacht. „Die wollen jetzt gerne eine AG haben“, sagt Daniel Magel von der Initiative. Der gleiche Wunsch komme von der Oberschule Rockwinkel in Oberneuland. Gespräche gebe es auch mit der Tami-Oelfken-Grundschule am Lüssumer Ring – mit dem Ziel, dort nach den Osterferien eine Arbeitsgemeinschaft einzurichten. Mit Blick auf die große Nachfrage sagt Fucke: „Wir brauchen Pädagogen, die sportlich aktiv sind. Wir sind immer auf der Suche.“ Zusammen mit der Europäischen Fernhochschule Hamburg bietet „Hood Training“ die Möglichkeit eines dreijährigen Studiums (Soziales Arbeiten oder Psychologie) an, denn: „Viele haben Interesse an ,Hood Training‘, aber noch keine pädagogische Ausbildung.“
Neben dem Sport gibt es hier noch ein weiteres Feld – Graffiti. Dabei arbeitet „Hood Training“ mit den Bremer Experten von „ATX Artworx“ zusammen. An der Grohner Düne in Vegesack sind auch das Awo-Jugendcafé, das SOS-Kinderdorf und Caritas-Streetwork mit von der Partie. „Hood Training“ begleitet die Workshops mit Pädagogen.
„Es geht darum, Jugendliche darin zu fördern, sich mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen“, so Magel. Auch das sei Präventionsarbeit. Was Bremen dringend brauche, seien mehr legale Graffiti-Flächen.
