BREMEN - Eine kleine Schule soll es werden, mit 45 Kindern unter zwölf Jahren und integrierter Kindergartengruppe. Eine sechsjährige Grundschule mit reformpädagogischem Ansatz, mit jahrgangsübergreifenden Klassen, eine Schule, die frei ist von „unnötigen Zwängen“. Eine freie Schule, die es so ähnlich auch in anderen Bundesländern gibt.
Doch wenn es nach dem Willen der bremischen Bildungsbehörde geht, wird aus dem Projekt nichts. Nun soll das Verwaltungsgericht Abhilfe schaffen – die Initiatoren der freien Schule haben Klage eingereicht. Ursprünglich wollten sie bereits zum kommenden Schuljahr beginnen, zunächst mit 15 Kindern und einer Lehrkraft.
Im Ressort hat man das Konzept zwar „sorgfältig geprüft“, wie Sprecherin Karla Götz sagt – den Antrag auf Genehmigung dann aber doch abgelehnt. Mit dem Hinweis auf das Grundgesetz, das private Volksschulen nur zulässt, „wenn ein besonderes Interesse“ an ihnen besteht.
Das gilt zumeist für religiöse Bekenntnisschulen, aber auch die Waldorf- und Montessori-Schulen. Ein „besonderes pädagogisches Konzept“ sei nicht zu erkennen, begründet die Bildungsbehörde ihre Ablehnung. Was die Initiatoren wollten, gebe es in Bremen „einzeln oder gruppiert“ auch an staatlichen, etwa an der Grundschule Borchshöhe oder in der Kinderschule Bremen.
Mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht sind die Schulgründer gescheitert. Rechtsanwalt Martin Sträßer ist sich jedoch sicher, dass das Projekt „auf Dauer“ nicht zu verhindern sei. Dass sich ihre pädagogischen Ansätze auch in den staatlichen Schulen wiederfänden, sagt Sträßer, „ist einfach nicht wahr“. So soll die neue Grundschule altersgemischt sein, mit einer Gruppe für Sechs- bis Neunjährige, und einer für Neun- bis Zwölfjährige. Zudem soll es keine Noten geben.
Spätestens, wenn der Fall vor dem Bundesverwaltungsgericht lande, so Sträßer, „ist relativ klar, dass wir gewinnen“. In Berlin-Kreuzberg allerdings wurde eine freie Schule nach 13 Jahren zwar genehmigt – doch als der Erfolg gerichtlich erstritten war, hatte sich der Trägerverein aufgelöst. Derzeit gibt es rund 85 freie Alternativschulen in Deutschland.
