BREMEN - Eine „Freie Schule“ soll es in Bremen nicht geben. Das hat Bildungs-Staatsrat Carl Othmer der Initiative „Freie Schule Bremen“ in einem Gespräch erklärt. Der Staatsrat bot an, die Initiative könne ihr reformpädagogisches Konzept unter dem Dach einer staatlichen Schule umsetzen.
Das Konzept der Initiative sieht eine selbstverwaltete und demokratische Alternativschule über neun Jahrgänge mit integriertem Kindergarten und kleinen Lerngruppen vor. Die Klage auf Genehmigung vorm Verwaltungsgericht musste die Initiative aus formalen Gründen zurückziehen. Sie ist nun mit der Behörde in den Dialog getreten.
„Die Alleinstellungsmerkmale des Konzeptes reichen für eine Genehmigung nicht aus“, sagt die Sprecherin der Bildungsbehörde, Karla Götz. Zudem fürchtet die Behörde die soziale Entmischung der staatlichen Schulen, „wenn jeder seine Klientel mit einer Privatschule herauszieht“. Um die Eltern aber sei man bemüht und wolle versuchen, sie „für die Staatsschule zu begeistern“. Deshalb das Angebot, das Konzept unter dem Dach einer bestehenden Grundschule im Viertel als „Modellschule“ zu verwirklichen, erklärt Götz.
„Ein Interesse an unserem pädagogischen Konzept scheint ja zu bestehen“, sagt Sven Golchert vom Vorstand der Initiative. Bedenken gegenüber dem Konzept staatliche Modellschule hat er dennoch: Man wolle keine Behörde, sondern als Schulgemeinschaft entscheiden.
Götz verweist auf bestehende Modellschulen, wie die Bremer „Kinderschule“, die im Schulgebäude Auf der Hohwisch in Hastedt untergebracht ist. Antje Waterholter vom Elternverein der Kinderschule ist zufrieden mit ihrem Status. Die Kinderschule finanziert sich durch staatliche Förderung und Elternbeiträge. Eine rein privat finanzierte Schule, so Waterholter, sei nur durch eine besserverdienende Klientel zu finanzieren. „Das wäre elitär und entspricht nicht dem reformpädagogischen Ansatz“.
