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NWZonline.de Region Bremen

Mordversuch: Pfleger war in bis zu 35 Einrichtungen tätig

13.04.2019

Bremen Der mittlerweile in Untersuchungshaft sitzende Pfleger, der in Bremen eine 75-jährige Heimbewohnerin in Lebensgefahr gebracht haben soll, hat im diakonischen Pflegezentrum Am Doventor gearbeitet. Der 39-Jährige sei dort als angestellter Pflegehelfer tätig gewesen, teilte das Diakonische Werk Bremen am Freitag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Der Mann hat zwischenzeitlich gestanden, dass er der Heimbewohnerin absichtlich falsche Medikamente verabreicht hat. Laut Staatsanwaltschaft soll er anschließend Rettungsmaßnahmen eingeleitet haben.

Gegen den Bremer Krankenpflegehelfer wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Mordes ermittelt. Der Fall erinnert stark an den früheren Krankenpfleger Niels Högel, der sich derzeit vor dem Oldenburger Landgericht wegen vielfachen Mordes verantworten muss. Er hatte Patienten zunächst in einen lebensbedrohlichen Zustand versetzt und dann versucht, sie zu retten.

In der Stellungnahme der Bremer Diakonie heißt es weiter, Pflegefachkräfte aus dem Doventor hätten bei der Bewohnerin einen medizinischen Notfall festgestellt und dafür gesorgt, dass sie ins Krankenhaus gebracht worden sei: „Bei der Behandlung wurde im Krankenhaus Verdacht auf Falschmedikation geschöpft.“ Anschließend seien die Polizei und das Pflegezentrum informiert worden.

In der Klinik musste die Frau aufgrund eines auffallend niedrigen Blutzuckerspiegels auf die Intensivstation. Mittlerweile geht es ihr wieder besser. Bei der sofort durch Einrichtungsleiter Mike Krüger in Gang gesetzten internen Untersuchung seien Unregelmäßigkeiten bei den im Haus vorgehaltenen Medikamenten festgestellt worden, führte die Diakonie aus. Dies sei der Polizei mitgeteilt worden. „Mit Polizei und Staatsanwaltschaft wird jetzt im Rahmen der laufenden Ermittlungen eng kooperiert.“

Der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade, sagte dem epd, der Pfleger sei seit Mitte Januar mit einem festen Vertrag in dem Heim in der Bremer Innenstadt beschäftigt gewesen. Zuvor sei der Mann als Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma in bis zu 35 Einrichtungen tätig gewesen. Derzeit werde untersucht, ob es in diesen Häusern ungeklärte Todesfälle aus dieser Zeit gebe und ob dann gegebenenfalls Verbindungen zu dem 39-Jährigen gezogen werden könnten. Um das abzuklären, hat die Polizei unter dem Titel „Lotus“ eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe gebildet.

Das Pflegezentrum Am Doventor wurde 2006 eröffnet. Es gehört zu den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit Hauptsitz in Bielefeld und zum Diakonischen Werk in Bremen. Das Pflegezentrum hat nach Angaben der Diakonie 93 Plätze und beschäftigt 61 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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