BREMEN - Jedes achte Kind in Deutschland soll unter Übergewicht leiden. Das europäische Projekt IDEFICS soll Anfang September mit einem Workshop in Bremen beginnen.
von Benno Schirmeister
BREMEN - Das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) hat den Zuschlag bekommen und darf das Europa-Projekt IDEFICS koordinieren. Der Name bezeichnet die größte europäische Studie zu Adipositas – Fettleibigkeit. Das Fachwort gehört mittlerweile zum Wortschatz der Alltagssprache, weil das dazugehörige Phänomen nach Einschätzung der Experten längst die Züge einer Epidemie hat.Heute leidet, Schätzungen zufolge, jedes achte Kind in Deutschland an Übergewicht. Die Folgen: chronische Erkrankungen, Diabetes, Gallensteine, Fettleber, Nierenprobleme, Plattfüße. Und die Gelenke sind auch betroffen. Geplant sei, Daten von 17 000 Kindern in elf europäischen Ländern zu erfassen und auszuwerten, so Die EU fördert IDEFICS mit 13 Millionen Euro. Das erste Adipositas-Projekt, mit dem man sich bei der EU beworben hatte, handelte übrigens von Obesity – Übergewicht – bei Erwachsenen, und trug den Titel „OBELICS“, weitere Gelder müssen die beteiligten Institutionen einwerben.
Als Ursachen für die gegenwärtige Adipositas-Epidemie gelten laut BIPS ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und Veränderungen des sozialen Umfelds in den vergangenen Jahrzehnten. Auch geprüft werde indes, wie groß der Einfluss von Geschmackspräferenzen und -empfindungen auf die Entwicklung von Übergewicht ist – und wie man diese Erkenntnisse für die Vorsorge nutzen könne. Die Lust am Essen dürfe nicht durch eine „Sauermiene“ zerstört werden.
Zum Auftakt des Forschungs-Projekts treffen sich Anfang September über 50 Forscher aus den elf Teilnehmer-Ländern zu einem Workshop in Bremen.
