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Feuer in Sandkrug

NWZonline.de Region Bremen

Autoknacker stehen vor Gericht

05.06.2019

Bremen Große und teure Fahrzeuge liegen im Trend – auch bei Autoknackern und Teiledieben stehen sie hoch im Kurs. So hoch, dass fünf Angeklagte sich seit Dienstag vor dem Bremer Landgericht wegen schweren Bandendiebstahls und Hehlerei verantworten müssen. Denn anscheinend merkten sie bei der Vielzahl von mindestens 40 mutmaßlichen Taten gar nicht, dass ihnen die Polizei auf die Spur gekommen war.

Das Schema war immer das gleiche: Nachts soll das Quintett auf Diebestour gegangen sein. Sie schlugen, so die Anklage, die Scheiben der Fahrzeuge ein, stahlen in kürzester Zeit Navigationsgeräte, Lenkräder samt Airbags, Scheinwerfer, manchmal aber auch Schaltknüppel, Räder und Felgen oder ganze Motorhauben. Von September 2017 bis Dezember 2018 sollen die Männer im Alter zwischen 23 und 31 Jahren für rund 40 Diebstähle verantwortlich sein. Dem mutmaßlichen Kopf der Bande, Mohammad M. (31, Jordanier), werden 25 Taten zur Last gelegt, seinen Komplizen, die aus Deutschland, Kasachstan und Russland stammen, zwischen vier und 22 Taten.

Wählten die Männer laut Staatsanwalt vorrangig teure Modelle von BMW und Mercedes, waren sie bei den Tatorten schon deutlich flexibler. So schlugen die Angeklagten mehrmals in Oldenburg und Bremen zu. Aber auch in Oyten, Achim und Syke machten sie demnach Beute. 110 000 Euro – in etwa so viel waren die Teile wert, rechnete der Staatsanwalt vor.

Hinzu kommen Schäden an den Wagen, die in die Zehntausende gehen. Um sich „eine fortlaufende Einnahmequelle von einiger Dauer und einigem Umfang“, zu schaffen, so die Anklage, haben die Männer einen Großteil der gestohlenen Komponenten versucht über das Internet zu verkaufen. Verantwortlich dafür soll ebenfalls Mohammad M. sein, der sich auch wegen Hehlerei verantworten muss.

Während er unter seinem Benutzernamen „Dennis17“ anfangs noch gutgläubigen Käufern gestohlene Teile anpreisen konnte, bekam auch die Polizei Wind von den Geschäften. So kontaktierte ein Beamter M. über die Verkaufsplattform „eBay“ und machte ihm weiß, er wolle BMW-Teile kaufen. Das Problem für M.: „Der Angeklagte merkte nicht, dass er mit einem Polizisten schrieb“, sagte der Staatsanwalt. Und so kamen die Ermittlungsbehörden ins Spiel, die nun regelmäßig die Telefone der Angeklagten überwachten. Ganze Festplatten mit „ziemlich umfangreichen“ Gesprächsmitschnitten verteilte der Vorsitzende Richter am Dienstag an die Angeklagten, damit sie sich auf die Beweisaufnahme vorbereiten können. Selbst wollten die Männer nichts zu den Vorwürfen sagen. „Aktuell werden keine Angaben gemacht“, hieß es unisono von den Anwälten der Angeklagten. Eben auch, weil ihnen die Gelegenheit gegeben werden müsse, die abgehörten Telefonate anzuhören.

Bis Januar 2020 sind mehr als 30 weitere Verhandlungstage terminiert. Sollten die Angeklagten weiter beharrlich schweigen, könnten es noch mehr werden. Den Angeklagten droht bei einer Verurteilung mindestens ein Jahr Haft. Das Strafgesetzbuch sieht bei besonders schweren Fällen auch Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren vor.

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