BREMEN - BREMEN/JE - Vier Monate vor der Bürgerschaftswahl versuchen die Rechten und Rechtsradikalen wieder in Bremen Fuß zu fassen.
Ein rechtslastiges „Bremer Bündnis Keine Gewalt“ protestierte am Sonnabend mit einer Mahnwache am Osterholzer Friedhof gegen die Unterbringung von Kevins Ziehvater in der Psychiatrie des Klinikum Bremen-Ost. 22 Neonazis standen letztlich über 300 Gegendemonstranten aus Osterholz, aus der Klinik-Belegschaft und aus ganz Bremen gegenüber.
Unter den Demonstranten: Bremens Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD). Und der stellte klar: „Über das Schicksal von Kevins Ziehvater entscheidet nicht der Mob, sondern einzig die Gerichtsbarkeit.“
Eine stärkeres Aufgebot als die Gegendemonstranten hatte nur noch die Bremer Polizei vor Ort. Rund 500 Beamte sorgten für einen „störungsfreien Verlauf“ des Geschehens. Lediglich vier Personen seien vorläufig in Gewahrsam genommen worden, so ein Polizeisprecher.
Derweil drängen die ultrarechte Republikaner und Rechtspopulisten ins Rathaus. Dort hatten sich jüngst SPD und Linkspartei zu Konferenzen getroffen. Jetzt pochen die Rechten auf Gleichbehandlung. Die Republikaner planen eine Vortragsveranstaltung mit ihrem Bundeschef Rolf Schlierer. Rechtspopulist Joachim Siegerist will das altehrwürdige Rathaus für eine Veranstaltung mit dem nach rechts abgedrifteten ehemaligen Berliner CDU-Senator Heinrich Lummer und dem Kärtner Landeshauptmann Jörg Haider, dessen Regierungsbeteiligung einst Österreich an den Rand Europas gedrängt hat, mieten.
Der Senat will, so heißt, jetzt das Rathaus für Parteiveranstaltungen schließen. Dagegen wollen sich die Rechten „durch alle Instanzen wehren“.
