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NWZonline.de Region Bremen

Trauer um Bremens Bürgerschaftspräsidenten

13.02.2019

Bremen Bremens Bürgerschaftspräsident Christian Weber ist tot. Wie der Senat der Hansestadt mitteilte, starb der SPD-Politiker am Dienstag im Alter von 72 Jahren. „Wir verlieren einen aufrechten und großen Demokraten, einen leidenschaftlichen Parlamentarier und überzeugten Sozialdemokraten. Ich bin sehr traurig“, sagte Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD). Politiker verschiedener Parteien aus Bremen würdigten Weber als einen Menschen, der sich kraftvoll für die Demokratie und die Bürgerinnen und Bürger eingesetzt habe. Neben der SPD lobten auch CDU, Grüne, FDP und Linkspartei Webers Arbeit und Einsatz. Er hinterlasse eine große Lücke, hieß es.

Der lange schwer kranke Weber saß mehr als 28 Jahre für die SPD in der Bremischen Bürgerschaft - 20 Jahre davon als Präsident. Nach Angaben der Bürgerschaft war er der dienstälteste Landtagspräsident.

Weber habe sein Amt mit großer Leidenschaft ausgefüllt, sagte Sieling. „Er überzeugte, indem er Probleme offen ansprach, seine Position klar und gradlinig vertrat und dabei immer auch nach Lösungen suchte.“ Bremen verliere einen Menschen, der mit seiner Persönlichkeit, seiner Unvoreingenommenheit gegenüber Andersdenkenden und seinem Engagement für mehr Jugend in der Politik Zeichen gesetzt habe.

„Ihr müsst mich hier raustragen, wenn ihr mich nicht mehr wollt“, habe Christian Weber einmal zu ihm gesagt, berichtete der Vorsitzende der Bremer SPD-Fraktion, Björn Tschöpe. Nun habe ihn der Tod aus dem Amt gerissen, das er mit aller Leidenschaft ausgeübt und geprägt habe. „Christian wird uns als Mahner, Ratgeber, Kollege und Weggefährte unvergessen bleiben.“

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Maike Schaefer würdigte Weber als leidenschaftlichen Demokraten. Ihm sei die Nähe des Parlaments zu den Menschen wichtig gewesen. „Er hat das Haus der Bürgerschaft auch jenseits der Plenarsitzungen für die Menschen mit Ausstellungen, Führungen und Podiumsdiskussionen geöffnet.“

Die CDU nannte Webers Einsatz für die Bürgerschaft vorbildlich. Als Präsident habe er die Arbeit des Parlamentes nachhaltig geprägt. „Die gemeinsame Tätigkeit war dabei immer von gegenseitigem Respekt, Fairness und seinem guten Gespür für Menschen und Situationen geprägt“, schrieben der Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thomas Röwekamp, und der CDU-Landesvorsitzende Jörg Kastendiek.

Die Chefin der Bremer Linksfraktion, Kristina Vogt, nannte Weber einen aufrechten Streiter für die Demokratie. „Bremen verliert einen Menschen, der das Bundesland geprägt hat“, sagte Vogt. Die Vorsitzende der FDP-Fraktion in Bremen, Lencke Steiner, sagte, Weber sei ein ehrenwerter und großer Bremer Politiker gewesen. „Er hat die Bremische Bürgerschaft und ihr Bild in der Öffentlichkeit geprägt und sich stets für Demokratie stark gemacht.“

Politiker verschiedener Parteien verwiesen auf Webers Einsatz für die Völkerverständigung. „Aus seiner tiefen Überzeugung, dass sich Holocaust, Krieg und Vertreibung nicht wiederholen dürfen, war ihm die Aussöhnung mit Israel und Polen wichtig“, sagte etwa die Grünen-Fraktionschefin Schaefer. „Die Städtepartnerschaften mit Haifa und Danzig waren für Christian Weber eine Herzensangelegenheit.“

Weber wurde am 1. Juli 1946 in Krobsdorf in Schlesien geboren. Nach dem Wehrdienst absolvierte er in Düsseldorf eine Lehre zum Bankkaufmann. Später studierte er an den Universitäten Göttingen und Bremen Geografie und Sozialkunde auf Lehramt.

1972 trat er in die SPD ein. Gustav Heinemann habe ihn zur aktiven Politik gebracht, erzählte er später Parteifreunden, wie SPD-Fraktionschef Tschöpe sagte. „Politik muss jedermanns Sache werden. Man darf sie nicht den Fachleuten überlassen“ - nach diesem Motto habe Weber für Beteiligung, für Zivilcourage und für Mitbestimmung gestritten.

Nach Angaben der Bürgerschaft hinterlässt Weber seine Ehefrau und deren Tochter sowie einen Sohn mit Enkel.

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